Ex-Nachwuchstrainer Marc Kienle „Mache mir große Sorgen um den VfB“

Von dpa/gp 

Eine Woche nach seiner Entlassung als Trainer des VfB Stuttgart II hat sich Marc Kienle kritisch über seinen Ex-Club geäußert. Besonders über den ehemaligen Sportvorstand Michael Reschke.

„Der VfB ist immer noch mein Club“, sagt Marc Kienle. Foto: Baumann
„Der VfB ist immer noch mein Club“, sagt Marc Kienle. Foto: Baumann

Stuttgart - Gut eine Woche nach seiner Freistellung als Trainer der U21 des VfB Stuttgart hat sich Marc Kienle in einem Interview kritisch über die Entwicklung des Vereins geäußert. „Beim VfB ist viel ins Wanken geraten. Das zieht sich von der Jugend bis in die Profi-Abteilung hinein“, sagte Kienle der „Sport Bild“. „Beim VfB war zuletzt zu viel Politik im Spiel, und es gab ständige Wechsel auf den Führungspositionen“, sagte er.

Die finanziellen Folgen eines Abstiegs

Aktuell würde man beim Tabellen-16. der Fußball-Bundesliga die kurzfristigen Spuren erleben, die der im Februar entlassene Sportvorstand Michael Reschke hinterlassen hat. „Tiefer gehen aber die langfristigen Folgen, die den Club schwerer treffen könnten. Gerade wirtschaftlich wird man sehen, was in letzter Zeit falsch gelaufen ist“, spielte Kienle auf die Transferausgaben von fast 50 Millionen Euro an. „Der VfB ist mein Club, deshalb mache ich mir große Sorgen um die Zukunft.“

Warum der kleine VfB nicht auf Hilfe von oben hoffen kann

De 46-Jährige fürchtet im Falle eines Abstiegs herbe finanzielle Verluste. „Mit den meisten Spielern wird man dann keine Transfererlöse erzielen können, so wie dies bei Benjamin Pavard gelungen ist (für 35 Millionen Euro zu Bayern München; d. Red.).“ Kienle sieht ansonsten nur Timo Baumgartl, Santiago Ascacibar oder Ozan Kabak, die dem VfB im Falle eines erneuten Gangs in die zweite Liga größere Ablösesummen einbringen könnten. Kienles Appell: „Der VfB sollte sich wieder darauf besinnen, was ihn jahrelang stark gemacht hat: Bundesliga-Spieler ausbilden.“

Scharfe Kritik an Michael Reschke

Der frühere Profi kritisierte in diesem Zusammenhang die Pläne des ehemaligen Sportvorstands, die zweite Mannschaft abzumelden. „Michael Reschke war für unsere Nachwuchsarbeit nicht gerade förderlich. Es zeichnete sich schnell ab, dass er unbedingt die zweite Mannschaft abmelden wollte. Dies sorgte für große Unruhe im gesamten Nachwuchsbereich.“

Kienle war am 1. April von Reschkes Nachfolger Thomas Hitzlsperger von seinen Aufgaben entbunden worden. Als sein Nachfolger soll der ehemalige Nationalspieler Andreas Hinkel die vom Abstieg bedrohte U21 zum Klassenverbleib in der Regionalliga führen.