Fachkräftemangel in Stuttgart Kammern verbünden sich mit der Ausländerbehörde

Warteschlangen vor der Ausländerbehörde: Die Wirtschaftskammern wollen daran vorbei. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Die Betriebe in der Region benötigen ausländische Fachkräfte. Nun sollen ihnen bei der Erstellung der Unterlagen geholfen werden.

Wie lässt sich die Ausländerbehörde entlasten, und wie können Betriebe in die Lage versetzt werden, ausländische Fachkräfte durch das Nadelöhr in der Eberhardstraße 39 zu bringen? Die Industrie- und Handelskammer (IHK Region Stuttgart), die Handwerkskammer (HWK) und die Stadt Stuttgart haben jetzt eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Ziel sei es, internationale Fachkräfte zu gewinnen, einzustellen und zu halten.

 

Dafür beraten die Kammern ihre Mitglieder zum Thema Fachkräfteeinwanderung und beschleunigtes Fachkräfteverfahren. Außerdem unterstützen sie bei der Zusammenstellung der erforderlichen Unterlagen. Sie übernehmen, sofern der Betriebssitz in Stuttgart ist, die Weiterleitung an die Ausländerbehörde, die ohne Zeitverlust durch die Nachforderung fehlender Dokumente die erforderlichen Schritte einleiten soll.

Lange Verfahrensdauern als Problem

„Die langen Verfahrensdauern sind derzeit das größte Problem der Betriebe, wenn sie ausländische Fachkräfte einstellen wollen“, betont Susanne Herre, Hauptgeschäftsführerin der IHK Region Stuttgart. „Dass die Kammern die Ausländerbehörde unterstützen, ist daher ein wichtiger Schritt für die Unternehmen. Somit werden Betriebe wettbewerbsfähiger, und ausländische Fachkräfte können schneller in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden.“

Die Handwerkskammer verspricht sich Vorteile für Betriebe, Fachkräfte, Ausländerbehörde und Kammern, erklärt deren Hauptgeschäftsführer Peter Friedrich. Ordnungsbürgermeister Clemens Maier betont, er wolle schon deshalb eine leistungsfähige Ausländerbehörde, weil sie selbst auf Fachkräfte angewiesen sei. Die Vereinbarung sei „ein bedeutender Schritt, weil die Kammern dafür Sorge tragen, dass alle Unterlagen bereitliegen und die Verfahren zur Gewinnung von Fachkräften aus dem Ausland zügig erledigt werden können“.

Service startet jetzt

Der Service soll jetzt starten. Er beinhaltet die Beratung über die Möglichkeiten der Fachkräfteeinwanderung und zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse sowie Hilfen bei dem beschleunigten Fachkräfteverfahren und der Zusammenstellung der notwendigen Unterlagen.

Die Kammern handeln in Untervollmacht für das Unternehmen und leiten die vollständigen Unterlagen an die Behörde weiter, die das Anerkennungsverfahren startet, dann die Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit einholt und bei Erfolg die Vorabzustimmung zur Visumerteilung ausstellt.

Infos für die Unternehmen

Ergänzend erhalten die Unternehmen von den Kammern Infos und Ansprechstellen zum Einlernen, für Qualifizierungsmaßnahmen zur Anpassung der Berufskompetenzen aus dem Ausland und Integration der internationalen Fachkräfte im Betrieb.

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