Fanny-Leicht-Gymnasium in Stuttgart-Vaihingen Gemeinschaft geht uns alle an

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Das Jugendprojekt „Think Big“ hat Station am Fanny-Leicht-Gymnasium gemacht. Unter dem Motto „act:together_Zusammenhalt in Vielfalt“ haben sich die Schüler soziale und digitale Projekte zur Stärkung der Gesellschaft ausgedacht.

Die Schüler haben sich Problemstellungen wie Mobbing und Ausgrenzung angenommen und mit dem Tablet kurze Stop-Motion-Filme zu möglichen Lösungen gedreht. Foto: S. Hintermayr
Die Schüler haben sich Problemstellungen wie Mobbing und Ausgrenzung angenommen und mit dem Tablet kurze Stop-Motion-Filme zu möglichen Lösungen gedreht. Foto: S. Hintermayr

Vaihingen - Die Gründe für Mobbing sind vielfältig: anderes Aussehen, eine fremde Herkunft, gute Leistungen in der Schule. Gemeinsam haben die Schüler in Workshops sich den Themen Toleranz und Offenheit genähert. Und dabei festgestellt, dass viele Gründe für Ausgrenzung „eigentlich gar keine wirklichen Gründe sind“, sagte die 14-jährige Rike. „Oft ist es nur der Neid der anderen, wenn etwa jemand mehr Geld oder bessere Noten hat“, ergänzte die 13-jährige Vivienne. Zusammen mit ihrer Gruppe haben sich die Schülerinnen des Fanny-Leicht-Gymnasiums dem Thema Mobbing angenähert. Auf bunten Klebezetteln haben die Jugendlichen die Kriterien für Ausgrenzung aufgeschrieben. „Die Menschen müssen sich bewusst werden, was sie anderen mit Mobbing antun“, sagte Rike. Eine Idee, wie man Ausgrenzung unterbinden könnte, haben sie auch entwickelt: „In dem man die Gemeinschaft stärkt, etwa mit Spielen oder Aktionen zur Teambildung“, sagte Vivienne.

Einen Ort der Begegnung schaffen

Die Gruppe von Leonie und Katharina hat sich dem Thema Integration gewidmet. „Dabei ist uns aufgefallen, dass es Menschen und Gruppen gibt, die nicht prinzipiell ausgeschlossen werden, sondern sich selbst ausschließen“, sagte die 14-jährige Leonie. Die Lösung könnte ein Kulturtreff sein. Ein Ort, an dem sich Menschen verschiedener Herkunft und Religion kennenlernen können. Das baut Berührungsängste ab und wirkt der Ausgrenzung entgegen.

Der Think-Big-Van tourt in diesen Wochen durch ganz Deutschland und besucht Schüler der Klassenstufen sieben bis zehn in insgesamt 34 Schulen. In den Workshops unter dem Motto „act:together_Zusammenhalt in Vielfalt“ entwickeln sie Ideen für eine starke Gemeinschaft. Darüber hinaus können die jungen Leute ihre Ideen über die Internetseite von Think Big einreichen. Die Bandbreite ist groß: von der Hilfe für Flüchtlinge bis hin zu einer Fußball-App – einzige Bedingung: Das Projekt muss sowohl sozial als auch digital sein. Auch das haben die Schüler am Fanny gelernt: mit Hilfe von Tablet-PCs haben sie kurze Stop-Motion-Filme gedreht, in der sie ihre Idee präsentierten.

Ideen für eine bessere Welt

Der Kontakt zwischen dem Gymnasium und dem Veranstalter kam über den Lehrer Matthias Riesch zustande. Er kümmert sich um die Medienbildung am Fanny. Mit Think Big könnten die Schüler die digitalen Medien mit sozialen Themen verknüpfen. „In 90 Minuten Workshop schmieden die Jugendlichen zahlreiche Ideen für eine bessere Welt“, sagte Riesch. 2017 liegt der Fokus der Think-Big-Tour auf dem Thema Toleranz. „Mobbing ist dabei ein großer Punkt. Das ist etwas, womit die meisten Schüler schon zu tun hatten, egal ob sie selbst Opfer davon wurden oder es bei anderen beobachtet haben“, sagte Andrej Plantikow, der mit seinem Team die Schüler am Fanny anleitete.

In Zeiten der sozialen Medien habe Ausgrenzung ganz neue Formen entwickelt. „Man ist anonymer. Vielen ist klar, dass Mobbing nicht in Ordnung ist, aber die Hemmschwelle ist niedriger im Internet als in der ‚realen Welt’“, so Plantikow. Von der Tour erhoffen sich die Veranstalter, dass die Jugendlichen sich in Situationen einfühlen, sie reflektieren. „Wir hoffen, dass die Jugendlichen erkennen, wie sich die Opfer von Ausgrenzungen fühlen. Und dass sie sich Gedanken machen, wie man die Toleranz untereinander fördern kann“, sagte Plantikow. Bei den meisten Schülern kam die Botschaft an: „Man darf sich nicht verschließen vor dem, was auf der Welt geschieht. Und man muss einstehen für sich und seine Überzeugungen – und für andere, die nicht für sich selbst einstehen“, fasste die 14-jährige Katharina zusammen, was sie aus dem Aktionstag mitgenommen hat.

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