Feiern oder Trauern: CDU Kampfansage

Lange Gesichter bei den Turner-Unterstützern im Ratskeller. Foto: Steinert 18 Bilder
Lange Gesichter bei den Turner-Unterstützern im Ratskeller. Foto: Steinert

Viele Parteimitglieder setzen darauf, dass Wähler von Bettina Wilhelm sich bei den Neuwahlen für Sebastian Turner entscheiden werden. Bei der Wahl am Sonntag kam er auf Platz zwei hinter Fritz Kuhn.

Lokales: Mathias Bury (ury)
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Stuttgart - Unter den gusseisernen Leuchtern im großen Konferenzraum des Ratskellers hat die CDU viele Siege gefeiert, in jüngster Zeit ging es hier nach Wahlen aber nicht mehr so heiter zu. Diesmal ist die Spannung besonders groß. Schon um 18 Uhr sind viele Parteimitglieder hier, die Stimmung ist verhalten. Die Umfragen seien doch „sehr ernüchternd“ gewesen, gibt einer zu. Vom 7. Oktober als einer „Zäsur“ spricht Christoph Nagel, der in Turners Wahlkampfteam aktiv ist, als er die Gäste begrüßt.

Ein älteres CDU-Mitglied bleibt gelassen. „Wie steht’s eigentlich beim VfB?“, will er von den Organisatoren erstmal wissen. Null zu eins im Rückstand, bekommt er zur Antwort, als ob’s ein Omen für die OB-Wahl wäre. Nach einem Blick aufs iPad hellen sich die Gesicher auf – „inzwischen steht es 1:1“. Das passt zu den ersten Wahlergebnissen, bei denen Turner vor Kuhn liegt. Applaus, Jubel, Erleichterung.

Das werde nicht so bleiben, sagt Wolfgang Siegle nüchtern, der neben seinem Brezel-Sticker noch einen „Koi Kuhn“-Button trägt. „Nachher kommt der Westen“, sagt Siegle, der dort lebt. Kurz darauf fallen Turners Werte hinter die Fritz Kuhns zurück. Das Buffet wird eröffnet. „Wer bei dieser Zitterpartie essen kann, ist eingeladen“, sagt Christoph Nagel übers Mikrofon. Es gibt Maultaschen, Kartoffelsalat und ein paar mediterrane Antipasti.

Ein wenig zurückhaltend und blass

Viele sagen, sie hätten es so erwartet. An Sebastian Turner zweifeln sie nicht. Nur „zu zurückhaltend“ sei er gewesen, „etwas blass“. Turner sei eben „kein Volkstribun“, anfangs „ein bisschen abgehoben“, aber er bewege sich auf das Volk zu. Hans-Jochen Henke, der für die CDU im Bundestag saß, hält das Ergebnis für „sehr respektabel“, das Turner schließlich „ohne die ganze CDU“ erreicht habe. Es sei ein Problem, „dass die CDU nicht geschlossen ist“.

Doch man will kämpfen, die Wähler von Bettina Wilhelm gewinnen. Als Turner eintrifft, brandet Beifall auf. Er dankt den Anwesenden staatsmännisch und verbreitet Zuversicht. Da bekommt er aus einer Gruppe lautstark die Parole der nächsten Wochen zugerufen: „Koi Kuhn, koi Kuhn“.




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