Feinstaub in Stuttgart Bahner warnen vor Gleisabbau

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Die Stuttgarter Netz AG, die Teile der oberirdischen Gleisanlagen in der Innenstadt auch nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 betreiben will, warnt mit Blick auf die Fahrverbote für Diesel-Autos vor einem Abbau der Gleise in der City. Sie ruft die Politik zum Handeln auf.

Das Gleisvorfeld des Stuttgarter Hauptbahnhofs ist umkämpft. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth
Das Gleisvorfeld des Stuttgarter Hauptbahnhofs ist umkämpft. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Der Privatbahnzusammenschluss Stuttgarter Netz AG (SNAG) mahnt mit Blick auf die beschlossenen Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge den Erhalt der oberirdischer Gleisanlagen im Talkessel an. „Die Politik darf sich von den Interessen der Bevölkerung nicht noch weiter entfernen, wenn sie den Titel ,Staubhauptstadt Deutschlands’ endlich abgeben will. Und das kann nur mit einem oberirdischen Hauptbahnhof und seinen Gleiskapazitäten gelingen“, erklärt Rainer Bohnet. Das Vorstandsmitglied der SNAG nennt die Ausgangslage in Stuttgart „grotesk“. Zum einen würden Engpässe für den Nahverkehr auf der Schiene beklagt, zum anderen werde nun auch der Autoverkehr eingeschränkt. Das Verhalten der Stadt sei „irrational, da es politische Konsequenzen geradezu provoziert.“ Die Stadt habe sich auf die Seite des Eisenbahn-Bundesamtes geschlagen, „obwohl sie ein vitales Interesse am Erhalt des oberirdischen Hauptbahnhofs haben müsste“, sagt Bohnet.

Bundesverwaltungsgericht entscheidet erst 2018

Die „Stuttgarter Netz AG“ versucht vor Gericht der Deutschen Bahn ein Stilllegungsverfahren aufzuerlegen, ehe diese nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 die oberirdischen Gleisanlagen abbaut. Im Zuge eines solchen Verfahren kann die SNAG ihr Interesse am Weiterbetrieb der Infrastruktur erklären. Sie klagt in diesem Fall gegen das Eisenbahn-Bundesamt (Eba), das das Stilllegungsverfahren anordnen könnte. Vor dem Verwaltungsgericht Stuttgart scheiterten die Privatbahner 2016, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig will sich der Sache 2018 annehmen.




21 Kommentare Kommentar schreiben

S21 ist ökologisch problematisch: Die energetischen Probleme bei S21 (Steigungen, Luftwiderstände, die viele Beleuchtung und Rolltreppen usw.) wurden weiter unten bereits angesprochen. Dazu kommen noch die immense Umwelt- und Luftbelastungen während des jahrelangen Baus, sowie das Beseitigen der Frischluftzufuhr von Nordosten her durch Zubauen des heutigen Gleisfeldes - wobei die neue Bebauung nochmals zusätzlichen Autoverkehr, Staus, Stress und Smog generiert. ____ Aus meiner Sicht mit am entscheidendsten ist aber, dass man ausgerechnet das ökologisch am besten verträgliche Transportmittel, die Bahn, in den Untergrund verbannen will anstatt den stinkenden und lärmenden Autoverkehr (B14) - hier könnte man die Abgase in den Tunnels mit neuen Technologien gezielt filtern und säubern, was wiederum jede Menge Entwicklungsarbeit und Arbeitsplätze schafft und sich diesbezüglich symbiontisch mit der hiesigen Autoindustrie verbinden lässt. Aber so weit denken die S21-Lobbyisten und ihre Unterstützer im Gemeinderat nun mal nicht ansatzweise. ____ Der hilflose Verweis der S21-Lobbyschreiber auf die Dieselloks der Privatbahnen wirkt da sehr deplatziert, denn die Dieselloks lassen sich durch E-Loks ersetzen sobald die entsprechenden Bahnstrecken elektrifiziert wurden, und mit S21 gibt es weitaus mehr dieselbetriebene Fahrzeuge im Talkessel (s.o.) als es mit den Dieselloks vorübergehend noch gäbe. Nicht umsonst sprechen sich alle Umweltverbände wie VCD und BUND gegen S21 und für eine Kopfbahnhof-Modernisierung aus.

Es grüßt die SNAG vom Karneval: Da hat der Vorstand der SNAG wohl über den Karneval vergessen, was sie bis dato immer propagiert hat: Die Gleise des Sackbahnhofes sollen erhalten werden, damit weiter durch die Stadt gedieselt werden kann. Super, diese Prinzipien hat man flugs über Bord geworfen und will nun die Gleise erhalten, um Dieselautos aus der Stadt zu halten. Diese Kehrtwende ist mehr als skurril. Wenn die SNAG keinen Diesel mehr in der Stadt haben will, weder auf der Straße noch auf der Schiene, soll sie eben elektrisch fahren. Das geht auch im neuen Hauptbahnhof. Warum man dann noch die Gleiswüste erhalten soll, ist nicht schlüssig. Wenn man wirkungsvoll gegen den fürchterlichen Feinstaub vorgehen will, muss massiv investiert werden. Der Straßenverkehr muss mit Ausbauten wie einer zweiten Tunnelröhre am Heslacher Tunnel, Beseitigung der Flaschenhälse in Feuerbach und anderswo sowie endlich einer vernünfigen Nordost-Umfahrung verflüssigt werden. Ohne Stau weniger Staub. Außerdem sollte das Nordkreuz im Rahmen von S21 ausgebaut werden. Aber mit Dieselzügen an der Oberfläche, wie die SNAG und S21 Gegner sie wünschen, ist keinem geholfen!

Diesel: aber Ihnen ist der Unterschied zwischen einer Diesellok und einem PKW mit Diesel-Direkteinspritzung schon bekannt oder etwa doch nicht?

Wohl eher nicht : Der Umgang mit Größenordnungen ( Anzahl ) und Energieeffizienz ( Aufwand pro Beförderungsfall ) ist auf dessen "Promotionsniveau " auch nicht notwendig.

Zuallererst: sollte man die vielen S21-Dieselstinker von den Baustellen und Straßen der Stadt beseitigen. Und nein, die Netz AG ist kein "Zusammenschluss verzweifelter Gegner", sondern eine Initiative der Privatbahnen. Konkurrenz belebt nun mal das Geschäft. Aber netter Versuch... zwinker. ____ Ich bin davon überzeugt, wenn es den Privatbahnern gelingt, oberirdische Gleise weiter zu nutzen, wird sich die Bahn AG mit Kusshand am oberirdischen Betrieb beteiligen. Ganz einfach weil es wirtschaftlicher ist als der Betrieb im Energie fressenden Tunnelsystem mit der künstlichen Beleuchtung, den Rolltreppen und Aufzügen, dem Anfahren vom allertiefsten Punkt aus dem Stand, dem gewaltigen Luftwiderstand in den Röhren und den immensen Steigungen. ____ Was die Dieselloks betrifft, die wird man nicht mehr brauchen wenn eines Tages (vielleicht) mal die vielen veralteten Bahnstrecken elektrifiziert sind. Das wäre deutlich wichtiger als ein kleiner, enger und gefährlicher Tunnelhalt. Aber das hat die CDU-Regierung jahrzehntelang nicht hingekriegt, weil sie sich auf S21 konzentriert hat.

SNAG grotesk: Eher die SNAG selbst ist grotesk! Argumentiert sie doch vor Gericht damit für den Erhalt des Kopfbahnhofs, dass sie nur Dieselloks (!) einsetzten will. Damit könnten sie natürlich im Tiefbahnhof nicht fahren. Und dann erdreisten sie sich ernsthaft sich beim Thema Feinstaub auszulassen. Paradox! Bevor Diesel-PKW im Talkessel verboten werden, müssten Dieselloks zehnmal verboten werden. Dann fehlt der SNAG nämlich ihre Argumentationsgrundlage. Die SNAG ist als Unternehmen doch überhaupt nicht ernst zu nehmen, verfügt über kein Kapital. Es ist lediglich ein Zusammenschluss verzweifelter S21 Gegner. Aber wie bei zig Gerichtsverhandlungen zuvor werden sie auch hier scheitern! Ich finde es nur sehr, sehr merkwürdig, dass die STZ diesen peinlichen S21 Saboteuren (die wahren Kostentreiber des Projekts!) hier immer wieder aufs neue so viel Platz einräumt. Und die Bezeichnung "Eisenbahner" finde ich lächerlich! Die SNAG betreibt keine einzige Verbindung und hat auch noch nie eine betrieben! Bitte erklären Sie sich Herr Milankovic!

Komisch: Komischer Vorschlag. Wieso braucht Stuttgart zwei Hauptbahnhöfe? Entweder den alten oder den neuen, einigt Euch bitte. Beide sind Unsinn.

Kapazitäten: Es geht darum, zwei Bahnhöfe zu betreiben. Einer oben, einer unten. Je mehr Gleise in Stuttgart zur Verfügung stehen, umso besser für eine umweltfreundliche Mobilität und für weniger Schadstoffe!

klar: wir behalten den bahnhof oben und lassen dann die alten dieselloks der snag durch den schlossgarten fahren. das hilft beim feinstaub und stickoxid unheimlich

Feinstaub: Oje oje, Frau Theissen.. seit wann fahren denn Diesellocks mit Dieseldirekteinspritzung? Das Feinstaub- und Stickoxidproblem ist nämlich erst seit dem Einsatz dieser Technologie akut geworden. Aus diesem Grund werden übrigens auch Benzinmotoren mit Direkteinspritzung zum Problem..

dann ist es ja gut: nein, dieselloks erzeugen keine stickoxide. dieselloks sind die saubersten fahrzeuge auf dieser welt. dagegen ist sogar mein fahrrad eine dreckschleuder. hoffentlich fahren bald nur noch dieselloks durch deutschland. dann haben wir eine saubere luft die bisher von noch keinem luftkurort erreicht wurde.

war eigentlich: klar, dass dieser Sachverhalt Ihren Horizont übersteigt..

jetzt weiß ich nicht ob mein kommentar aufgenommen wurde: normalerweise erhalte ich ja die meldung ich solle mich gedulden, der kommentar wird geprüft. kam jetzt nicht. ich versuche es einfach nochmal. M.A.N. in Augsburg, die bis dato nur wenige Motoren an die DB absetzen konnte, sah eine Chance, endlich mehr am lukrativen Eisenbahnmarkt zu partizipieren. Sie konstruierte in weniger als drei Jahren, und in einem verbissenen Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Konkurrenz aus Friedrichshafen, von Grund auf neu den aufgeladenen Zwölfzylinder-Direkteinspritzmotor V 6 V 23/23 TL. Er fußt auf keiner anderen Modellreihe und wurde speziell für das geforderte Leistungsspektrum zugeschnitten. Nachdem ab 1966 bzw. 1968 die ersten Loks der DB mit dem neuen Motortyp den Betrieb aufgenommen hatten, ging am 15.07.1969 die Sparte der mittelgroßen M.A.N.-Dieselmotoren in der neugegründeten Motoren- und Turbinenunion (MTU) mit Sitz in Friedrichshafen am Bodensee auf. Diese entwickelte den V 6 V 23/23 TL in der Folge zum serienreifen MTU MA 12 V 956 TB 10 aus. Er ist gemeinsam mit dem verbesserten und verstärkten Nachfolger MTU MA 12 V 956 TB 11 der meistverbaute Großdieselmotor der ehemaligen Deutschen Bundesbahn und wird bzw. wurde in den Lokomotiven der Baureihen 210 (ab 1980: 218.9), 215 (ab 2001 auch 225) und 218 (ab 2002 auch 225.8) eingesetzt. Wenn ich jetzt falsch liege mit meiner meinung, dass in deutschland loks mit direkteinspritzer fahren, dann dürfen sie mir das gerne schreiben. aber nicht in ihrer unnachahmlich rotznäsig-arroganten art. seien sie höflich zu einer dummen frau.

Auch ein Link mit dem Besenstiel: „Die Baureihe 225 der Deutschen Bahn ist eine vierachsige Diesellokbaureihe. Die Lokomotiven gehören zu DB Cargo Deutschland (vormals DB Schenker Rail, davor Railion, früher DB Cargo) und werden im Güterverkehr eingesetzt.2011 erhielt die 225 008 im Werk Bremen einen neuen MTU-Zwölfzylindermotor. Er erfüllt die EU-Emmisonsstufe IIIB. Durch verschiedene Maßnahmen wie drei Turbolader und eine gekühlte Abgasrückführung wird der Ausstoß an Stickoxiden erheblich reduziert. Zusätzlich reduziert ein Partikelfilter den Feinstaubausstoß um 90 Prozent. Auch das Kühlsystem und das Getriebe wurden angepasst….Die zentrale Tagebuchführung für die Baureihe 225 liegt heute in Leipzig, eingesetzt werden die DB-Lokomotiven aktuell nur noch von den Bahnbetriebswerken Osnabrück und Saarbrücken bzw. Ulm….Die Deutsche Bahn hat im März 2010 einen Rahmenvertrag über 200 neue Streckendiesellokomotiven ausgeschrieben. Langfristig sollen damit die noch vorhandenen Loks der Baureihen 215 bis 225 der V 160-Familie ersetzt werden[ (Zitat Ende , Quelle : wikipedia 2008 ! ). Aus der Familie der V 160 ff sind noch im Bestand in ULM, dem Endpunkt der oberleitungslosen Südbahn ( Stand 10 / 2014 ! ): 26 x V218 und 4x V225. Soviel zum Thema : Feinstaub und Stickoxid-Emission durch eine Vielzahl von 215 ff-Dieseltriebfahrzeuge im „GÜTERBAHNHOF Stgt. Hbf „

danke für die bestätigung: stickoxide wurden reduziert, werden aber immer noch ausgestoßen, was hier vor kurzem noch kategorisch verneint wurde. feinstaub wurde reduziert, wird aber immer noch ausgestoßen, was hier vor kurzem noch kategorisch verneint wurde. langfristig soll dieser bestand ersetzt werden. ist doch fein. erstens weiß keiner was langfristig bedeutet und keiner weiß was folgt. oder doch? auf jeden fall danke ich für die bestätigung, dass noch dieselloks mit einspritzer durch die deutschen lande fahren. vielleicht kann ja einer der bescheid weiß was dazu sagen. unsere kenntnis dieses gegenstands ist eh nur angelesen und gegooglet.

Auch für Sie nochmal ein wichtiger Fakt: Der Umgang mit Größenordnungen ( Anzahl ) und Energieeffizienz ( Aufwand pro Beförderungsfall ) sind bei Vergleichen extrem wichtig. Und das korrekte Lesen von Geschriebenem : Zum Beispiel steht da „ Güterverkehr „, „ Ulm „ und –hervorgehoben „ Güterbahnhof Stgt. Hbf „. Die Aktualisierung der Tertiärquelle stammt aus 2014, die Verweise aus 2008 und 2001 und sind mit „ ! „ herausgehoben. Da sollte die Kenntnis der Z-Stellungsdaten ( erhältlich nur von offiziellen DB-Stellen ) eigentlich nur noch von rudimentärem Bedeutung sein .

Apropos Dieselstinker: Nach wie vor fahren Dieselzüge auf der Hauptstrecke Stuttgart-Backnang-Nürnberg, weil erst kürzlich der zweigleisige Ausbau der Murrbahn und die Elektrifizierung der Hohenlohebahn im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD abgelehnt wurde und die Bahn bisher finanziell dazu nicht in der Lage war. Es ist geradezu heuchlerisch, wenn Sie vor diesem Hintergrund behaupten, die SNAG wolle Dieselloks durch den "Schlossgarten" (!) fahren lassen, werte Frau Dipl.-Ing. (fh). Derweil ist anscheinend genug Geld da, um es leichtfertig in das nutzlose Milliardengrab S21 zu schmeißen. Gehorsame Parteiraison ist Ihnen offensichtlich wichtiger als der gesunde Menschenverstand. +++ http://gruene-hohenlohe.de/news/news-artikel/article/murrbahn_und_elektrifizierung_der_hohenlohebahn/

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