Wer will, kann für die Baumbewässerung in Filderstadt spenden. Aber schafft die Stadt das nicht mehr selbst? Wir haben nachgefragt.

Klima & Nachhaltigkeit: Judith A. Sägesser (ana)

Filderstadt - Der trockene Sommer hat seine Spuren hinterlassen. Mit Regen allein war der Durst der Bäume nicht mehr zu stillen. Zusätzliches Wasser musste her, auch weil es kaum Niederschläge gab während der Sommermonate. Die Städte Stuttgart und Leinfelden-Echterdingen haben ihre Bürger dazu aufgerufen, mit der Gießkanne oder dem Gartenschlauch nachzuhelfen. Und in Filderstadt hat sich eine Frau gedacht, sie unterstützt die Stadtverwaltung finanziell für die vielen extra Wassermassen, die es in diesem Jahr gegen den großen Baumdurst brauchte. Mit einer Spende.

Jene soziale Ader einer Filderstädterin für die Bäume am Straßenrand hat die Stadt auf den Gedanken gebracht, auch anderen Bürgern die Möglichkeit einzuräumen, etwas für die Bewässerung der städtischen Bäume zu geben. So veröffentlichte die Verwaltung vor Kurzem die Kontodaten, mit denen Spender etwas für den Baum vor ihrem Haus tun können.

Die Stadt bittet nicht um die Spenden

Wie viel mehr an Wasser die Stadt in diesem heißen Sommer vergossen hat, kann Norbert Branz, der Leiter des Tiefbauamts, noch nicht beziffern. Aber er ist sich sicher: Es war deutlich mehr als in anderen Jahren. Ihm ist wichtig, zu betonen, dass die Stadtverwaltung nicht um Spenden bittet, sondern lediglich die Möglichkeit dafür aufzeigen will. Das Gießwasser werde im Zweifelsfall freilich aus dem laufenden Etat bezahlt, verdursten müsse kein Baum, sollten sich die Filderstädter in dieser Frage knauserig zeigen. „Die Stadt geht deshalb sicher nicht bankrott“, sagt er.

Und über einen kleinen Zuschuss kann sich die Stadt nun tatsächlich freuen. Laut der Stadtkämmerei hat die Verwaltung bisher einen dreistelligen Betrag von zehn Spendern unter dem Verwendungszweck „Bewässerung von Bäumen in Filderstadt“ auf dem städtischen Konto verbucht. Wie viel genau, will sie ordnungsgemäß erst dem Gemeinderat kundtun. Das ist überschaubar, aber immerhin nicht nichts.

Wer lieber das spendet, worum es hier eigentlich geht, kann auch mit der Gießkanne Gutes tun. Nämlich indem einfach der Baum neben dem Haus einen Schluck Wasser geschenkt bekommt. „Das mache ich bei mir daheim auch“, sagt der Tiefbauamtsleiter Branz. Und er spricht nicht nur von der Vergangenheit, also den heißen Sommermonaten. „Die Trockenheit hält an“, sagt Branz.