Fildertrasse Bahn räumt Nachteile ihrer Trasse ein

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Die Bahn hat bei der Erörterungsverhandlung zur Fildertrasse von Stuttgart 21 eingeräumt, dass das von ihr zur Planfeststellung vorgelegte Verkehrskonzept für einen Fernbahnhof am Flughafen und die Anbindung der Gäubahn deutliche Mängel aufweist. Ändern wird sich durch das Eingeständnis der Projektplaner allerdings nichts . . .

Die Nutzung der S-Bahn-Gleise durch Leinfelden-Echterdingen für den Fernverkehr ist nach wie vor umstritten. Foto: Achim Zweygarth
Die Nutzung der S-Bahn-Gleise durch Leinfelden-Echterdingen für den Fernverkehr ist nach wie vor umstritten. Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Die Bahn hat bei der Erörterungsverhandlung zur Fildertrasse von Stuttgart 21 eingeräumt, dass das von ihr zur Planfeststellung vor- gelegte Verkehrskonzept für einen Fernbahnhof am Flughafen und die Anbindung der Gäubahn deutliche Mängel aufweist. „Wir wissen, dass es verkehrliche Nachteile bei unserer Variante gibt“, erklärte Bahn-Anwalt Josef-Walter Kirchberg am Donnerstag in überraschender Deutlichkeit.

Ändern wird sich durch das Eingeständnis der Projektplaner allerdings nichts. Nach wie vor hält die Bahn an der vorgelegten Trasse fest. Trotz aller Probleme mit dem Lärmschutz und der Leistungsfähigkeit des Nahverkehrs sollen die an der Rohrer Kurve umgeleiteten Fernzüge der Gäubahn künftig mitten durch Leinfelden und Echterdingen zu einem 27 Meter tief im Boden vergrabenen Fernbahnhof am Flughafen rollen. Für die selbst von dem als geistiger Vater von Stuttgart 21 geltenden Bahnexperten Gerhard Heimerl scharf kritisierte Mischnutzung der bisher ausschließlich für die S-Bahn reservierten Gleise gibt es eine bis ins Jahr 2035 reichende Ausnahmegenehmigung.

Absage an die Gäubahn

Dem Vorschlag, die aus Richtung Singen und Zürich kommenden ICE-Linien über die Panoramastrecke zum Hauptbahnhof zu führen und Fahrgäste mit dem Reiseziel Flughafen über den Bahnhof in Vaihingen mit der S-Bahn zum Airport zu befördern, erteilten die Projektplaner am Donnerstag erneut eine Absage. „Wir sind im Moment in einem hohen Maße überzeugt, dass unsere Linienführung allen anderen Planvarianten überlegen ist“, betonte der Bahn-Jurist. Die Führung der Gäubahn-Züge über den Flughafen gehöre nicht nur zu den Planungszielen von Stuttgart 21, sondern sei auch in den Finanzierungsverträgen mit den Projektpartnern Bund, Land, Stadt und Region Stuttgart fixiert.

Interessant an der Aussage von Josef-Walter Kirchberg sind vor allem die beiden Wörtchen „im Moment“. In den ersten acht Tagen des Erörterungsverfahrens nämlich hatte der von Projektgegnern wegen seiner rhetorischen Gewandtheit fast respektvoll als „Hütchenspieler des Jahres“ titulierte Rechtsanwalt ein Abrücken von der zur Planfeststellung vorgelegten Fildertrasse wortreich ausgeschlossen. Dem nicht nur von der Stadt Leinfelden-Echterdingen favorisierten Fernbahnhof unter der Flughafenstraße etwa bescheinigte die Bahn trotz „verkehrlicher Vorzüge“ ein Kostenproblem von 140 Millionen Euro Mehraufwand, andere Alternativkonzepte hat die Bahn nach eigener Aussage erst gar nicht detailliert untersucht. Der von den Stuttgarter Straßenbahnen zum S-21-Projekt gewechselte Ingenieur Florian Bitzer etwa machte zu den erwarteten Fahrgastzahlen und den Sanierungskosten auf der Panoramastrecke so wenig konkrete Angaben, dass die Schutzgemeinschaft Filder der Bahn vorwarf, die Projektgegner „pausenlos an der Nase herum zu führen“.

Fingerzeig für das Planfeststellungsverfahren?

Gerätselt wurde am Donnerstag, ob die Einschränkung schon einen Fingerzeig für das Planfeststellungsverfahren darstellt. Denn auch bei der Finanzierungsfrage wählte der Bahn-Rechtsanwalt eine etwas weichere Formulierung: „Im Moment“, sagte Josef-Walter Kirchberg, „gibt es ein eindeutiges Nein von Verkehrsminister Winfried Hermann zu einer höheren Kostenbeteiligung für Trassenvarianten.“

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