Filmferienprogramm im Café Ratz Ganz großes Kino selbst gemacht

Von Sebastian Gall 

Beim Filmferienprojekt „Ganz großes Kino“ wird Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz anhand des Films beigebracht. Eine Woche lang arbeiten die Teilnehmer verschiedener Schularten an einem Kurzfilm.

Die Techniker Moritz (links) und Basti (rechts) beim Dreh einer Szene. Foto: Sebastian Gall
Die Techniker Moritz (links) und Basti (rechts) beim Dreh einer Szene. Foto: Sebastian Gall

Untertürkheim - Ruhe am Set!“, schallt es durch das Kinder- und Jugendhaus Café Ratz in Untertürkheim. Regisseur Daniel Danzer bittet um Ruhe, das Stimmengewirr im Jugendhaus tendiert gegen null. Heute ist Drehtag beim Jugendfilmferien-Workshop „Ganz großes Kino“, eine Kooperation des Stuttgarter Jugendamts, des Landesfilmdienstes Baden-Württemberg und der Jugendhausgesellschaft als Träger des Café Ratz.

Seit 2013 findet dieser Workshop, bei dem jedes Jahr ein Kurzfilm entsteht, regelmäßig in der letzten Sommerferienwoche statt. „Die Idee kam uns vor dem Hintergrund der immer größer werdenden Rolle der Medien für Kinder und Jugendliche“, sagt Kathrin Keller, Schulsozialarbeiterin am Wirtemberg-Gymnasium in Untertürkheim und Begleiterin des Projekts. „Wir wollen den Kindern Kompetenzen im Umgang mit Medien vermitteln. Dazu leiten Experten die Kinder und Jugendlichen an und lassen sie danach ihre eigenen Erfahrungen mit den verschiedenen Programmen machen.“ Am Anfang der Woche werden die Teilnehmer in ihre jeweilige Wunschgruppe eingeteilt. Dazu gibt es ein Schauspieler-Casting.

Alles wird selbst gemacht

Von der Erarbeitung der Story über die Technik (Kamera, Ton, Licht), das Szenenbild (Kulisse, Maske, Kostüme), dem Schauspiel, der Musik, der Post-Produktion (unter anderem Schnitt und Effekte) bis zu einem Making-of wird alles selbst gemacht. Learning-by-Doing ist die Maxime. „Da ich Spaß an der Technik habe und mich auch in der Schule mit Technik beschäftige, mache ich auch hier die Tontechnik“, sagt Moritz, einer der Teilnehmer. Sind alle Rollen verteilt, wird am Drehbuch gearbeitet. Der Regisseur gibt dabei die Richtung vor, in die es gehen soll. „Für das Drehbuch brauchen wir ein Raster am Anfang, an das sich die Kinder halten können. Sie füllen das Drehbuch aber auch mit eigenen Idee. Die Arbeit macht den jungen Filmemachern dabei sichtlich Spaß und die Zusammenarbeit der 12- bis 17-Jährigen in der Gruppe funktioniert reibungslos. „Das Besondere an dem Workshop ist die Zusammensetzung der Teilnehmer. Wir haben Schüler von Gymnasien und Förderschüler in einem Team. Dabei akzeptiert jeder jeden, in der Pause wird zusammen gespielt und es entstehen Freundschaften.“

Fantasy-Wesen

In diesem Jahr entspinnt sich die Handlung um die Test-Version eines Fantasy-Computerspiels. Die Fabelwesen tauchen dabei durch das Spiel in die reale Welt ein und treffen dort auf eine Gruppe von Kindern, die einen Geburtstag mit Mittelalter-Motto feiern. Nun stellt sich die Frage, wie die Fantasy-Wesen wieder zurück in ihre eigene Welt gelangen. Für viel Konfliktpotenzial und Spannung ist also gesorgt. Das Ende des Films wollten die insgesamt 25 Teilnehmer noch nicht verraten.

Nach der Fertigstellung des Films gibt es eine große Premierenfeier im Traumpalast in Esslingen. Familie und Freunde werden eingeladen, die Teilnehmer des Workshops bekommen auf der Bühne eine DVD des Films überreicht und das Making-of wird gezeigt. Lustige Szenen, die es nicht in den Film geschafft haben, inklusive. „Für die Kinder und Jugendlichen ist das etwas sehr besonderes und es erfüllt sie mit Stolz, wenn sie sehen, was sie alles selbst auf die Beine gestellt haben.“ Die Organisatoren freuen sich schon auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt: Klappe, die erste.

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