Förderung für das New Fall Festival „Wir haben viel falsch gemacht“

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Egal ob Stuttgarter Konzertveranstalter, hiesige Kulturveranstalter oder die für ihre Pop-Expertise bekannte SPD im Gemeinderat: Hamed Shahi wird in Stuttgart derzeit von vielen angefeindet, weil er für sein New Fall Festival Geld von der Stadt bekommt. Jetzt spricht der New-Fall-Macher im Interview.

Veranstalter Hamed Shahi sieht sich zu unrecht kritisiert. Foto: Susanne Diesner
Veranstalter Hamed Shahi sieht sich zu unrecht kritisiert. Foto: Susanne Diesner

Stuttgart - Das New Fall Festival wird in den kommenden beiden Jahren mit 80 000 Euro von der Stadt Stuttgart unterstützt. Veranstalter Hamed Shahi steht nun in der Kritik. Ihm wird Wettbewerbsverzerrung vorgeworfen.

Herr Shahi, wie fühlt man sich als der derzeit unbeliebteste Mensch in Stuttgart?
Bin ich das?
Seit Ihnen der Gemeinderat 80 000 Euro Fördermittel für Ihr New Fall Festival für die kommenden beiden Jahren zugesprochen hat, sind Sie hier beliebt wie Donald Trump.
Vom Publikum habe ich schönes Feedback für die Konzerte beim New Fall bekommen.
Die für ihre Pop-Expertise bekannte SPD im Gemeinderat hat sich aber massiv gegen die städtische Förderung für Sie ausgesprochen. Da der Antrag auf finanzielle Förderung von den Grünen im Haushalt gestellt wurde und Sie auch Mitglied bei den Grünen sind, war die Rede von Vetterleswirtschaft.
Ich habe mich mit dem Konzept des Festivals um eine Förderung beworben und habe diese bekommen. Das hätten andere Veranstalter genauso machen können! Mit meinem Parteibuch hatte das überhaupt nichts zu tun.
Sie verstehen aber, dass Ihre Kollegen Angst vor einer Wettbewerbsverzerrung haben?
Nein! Gerne hätte ich das auch denen gesagt, die Stimmung gegen mich gemacht haben. Es wurde aber nur über mich geredet, und nicht mit mir.
Sind Sie am Gegenwind mit Schuld?
Natürlich, wir haben viel falsch gemacht. Wir wollen unserem Anspruch, Pop an ungewöhnlichen Orten zu veranstalten, 2018 mehr gerecht werden. Deshalb werden wir auch nichts mehr in der Carl-Benz-Arena ausrichten, die passt einfach nicht zu unseren Künstlern. Stattdessen sollen mehr Auftritte an der Kulturmeile stattfinden.
Planen Sie, Ihre Aktivitäten in Stuttgart zu erweitern?
Ja, gerne würde ich die Veranstaltung Park Life, bei der in Düsseldorfer Grünanlagen DJs auflegen, auch in Stuttgart verwirklichen, um auch im Kessel eine Picknick-Kultur zu etablieren.
Moment, die hatten wir schon vor Ihnen. Michi Beck von den Fantastischen Vier ist der legendärste Picknicker der Nation.
Da haben Sie nun wieder Recht. Ich merke, dass ich in Stuttgart täglich dazulerne.