Ein Trickbetrüger hat eine junge Frau genötigt, 10 000 Euro auf ein ausländisches Konto zu überweisen. Der Mann hatte sich als Mitarbeiter von Europol ausgegeben.

Eine 24-jährige Frau aus Oppenweiler ist von einem Trickbetrüger beinahe um 10 000 Euro gebracht worden. Wie das Polizeipräsidium Aalen mitteilte, hatte die Frau am Dienstagvormittag einen Anruf aus dem Ausland erhalten. Der Anrufer gab sich als Mitarbeiter der europäischen Polizeibehörde Europol aus und hielt ihr vor, unterschiedliche Konten im Ausland zu unterhalten, die einer Klärung bedürften. Er überzeugte die Frau nicht nur davon, die Installation einer „Fernwartungssoftware“ zuzulassen, er brachte sie auch dazu, mehr als 10 000 Euro auf ein Auslandskonto zu überweisen. Nach dem Gespräch nahm sie allerdings Kontakt mit ihrer Bank auf und konnte die Transaktion noch stoppen.

Angerufenen werden echte Nummern angezeigt

Dem Polizeipräsidium Aalen, zu dessen Zuständigkeitsbereich auch der Rems-Murr-Kreis gehört, sind eigenen Angaben zufolge in jüngster Zeit mehrere ähnliche Betrugsversuche bekannt geworden, bei denen sich Anrufer als Mitarbeiter von Europol, Interpol oder des Bundeskriminalamts ausgaben. Bei ihren Anrufen nutzten die Täter oft ein spezielles technisches Verfahren, mit dessen Hilfe ihren Opfern eine tatsächlich zu Europol/Interpol oder einer deutschen Polizeidienststelle gehörende Telefonnummer angezeigt werde.

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Die (echte) Polizei stellt klar, dass sie in keinem Fall telefonisch dazu auffordern werde, Geldbeträge ins Ausland zu transferieren. Angerufene sollten grundsätzlich keine privaten Daten wie Bankkonto- oder Kreditkartennummern oder Zugangsdaten zu Kundenkonten herausgeben. Zudem gewährt man einem unbekannten Anrufer besser keinen Zugriff auf Rechner oder Mobiltelefon. Bei Verdacht auf Betrug sollte man umgehend die Polizei anrufen – dabei aber keinesfalls die Rückruftaste benutzen.