Frauenfußball, Oberliga Der vorletzte Schritt zum Titelgewinn

Anders als im Hinspiel war es diesmal eine klare Sache für den VfB. Im Bild: Jana Spengler (rechts) gegen Sophie Schwägler. Foto: /Robin Rudel

Der VfB Stuttgart schlägt im Derby der Frauenfußball-Oberliga den FSV Waldebene Ost mit 3:0 und steht damit vor einem Endspiel um den ersehnten Aufstieg.

Es ist schon bemerkenswert, dass bei einem derart ernsten Sport wie dem Fußballspiel gelegentlich Humor aufblitzt – wenn auch zumeist unbeabsichtigt. Es war noch einige Minuten hin bis zum Anpfiff des Frauen-Oberligaderbys zwischen dem VfB Stuttgart und dem FSV Waldebene Stuttgart-Ost, als ein Klassiker von Britney Spears aus den Boxen schallte: „Oops! I did it again“ – übersetzt: „Hoppla, ich hab’ es schon wieder getan“. Spannende Frage, wer damit gemeint war: die Waldebene-Kickerinnen, die in der aktuellen Runde als einziger Club den Spitzenreiter aus Cannstatt bezwingen konnten? Oder doch eher der VfB, der seinen Stadtrivalen im März als Revanche mit einem Viertelfinal-5:2 aus dem Verbandspokalwettbewerb gekegelt hatte? Nun, am Ende war klar: Der VfB war es. Mit 3:0 wies die Mannschaft von Trainer Heiko Gerber ihren Gegner an diesem Wochenende in die Schranken, wonach nun am nächsten Sonntag (14 Uhr) das große Endspiel um Meistertitel und Aufstieg steigen kann.

 

Das Endspiel kann steigen

Die Entscheidung wird im direkten Duell zwischen Gerbers Team und dessen schärfstem Verfolger fallen, dem SC Sand II, und zwar im Willstätter Stadtteil. Der VfB, von Beginn an hoher Titelfavorit, geht mit einem Zwei-Punkte-Vorsprung in den letzten Spieltag. Zum aktuellen Derby sagt Gerber: „Im Hinspiel hatten wir einen schlechten Tag, während der FSV das Spiel seines Lebens gemacht hat Aber inzwischen haben wir wohl bewiesen, dass wir die bessere Mannschaft sind.“

„Das kann man nicht vergleichen“, sagt auch Florian Kapfer, Waldebene-Frauenfußball-Abteilungsleiter. „Gemessen an der Hinrunde hat der VfB noch mal einen Qualitätssprung gemacht.“ Wobei die Gastgeber zudem noch den Vorteil hatten, dass ihr Gegner ersatzgeschwächt – vier Stammkräfte fehlten verletzungsbedingt – und ohne die im Urlaub weilende Trainerin Lena Mowlai antreten musste. „Die Ausfälle und auch die Ergebnisse der vergangene Wochen haben dazu geführt, dass uns vielleicht ein bisschen der Punch gefehlt hat“, sagt Kapfer.

Eine Ex-Bundesligaspielerin entscheidet die Partie

Den hatten wiederum die VfB-Frauen, die schon in der 4. Minute durch Jana Beuschlein hätten in Führung gehen müssen. Doch die in der laufenden Saison bereits 21-mal erfolgreiche Top-Torjägerin verfehlte aus zentraler Position das Ziel um Zentimeter. Drei Minuten später machte es Mandy Islacker besser. Die ebenfalls einstige Bundesligaspielerin vollendete nach Pass von Laureta Temaj zum 1:0. Beuschlein, die nur den Pfosten traf, und Islacker, die das Spielgerät in der Schlussminute von Hälfte eins aus fünf Metern über das leere Tor hebelte, verpassten es zwar, vorzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Doch das wurde zu Beginn von Abschnitt zwei erledigt: Ein Alleingang von Leonie Kopp gipfelte in der 50. Minute im 2:0. Und Islacker sorgte mit dem 3:0 sieben Minuten später für die Vorentscheidung gegen eine sich wie schon im Hinspiel tapfer wehrende, aber an diesem Tag sowohl kraft- als auch glücklose Waldebene-Elf. VfB Stuttgart: Leci – Philipp, Temaj, Nadine Gairing (18. Barth) – Fliege, Baumann (46. Schäfer) – Fleischmann, Beuschlein (58. Böpple), Kopp (58. Jusufovic) – Selensky, Islacker (58. Sophie Gairing). FSV Waldebene Stuttgart-Ost: Titze – Buhr (81. Pohle), Sophie Schwägler, Catharina Schwägler, Brandtner – Schneider – Bühler, Keubler, Zürn, Vural – Frisch (58. Schmitt).

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