Freibäder im Altkreis schließen am 9. September Die Becken des Leobads sind bald lange leer

Von kle 

Der heiße Sommer beschert den heimischen Freibädern überdurchschnittlich viele Besucher. In Leonberg beginnt demnächst die Sanierung. Die Anlage ist dann bis Mai 2020 geschlossen.

Nicht nur bei der „School is out“-Party ist das Leobad rappelvoll gewesen. Vor allem im Juli sind die Massen ins Bad geströmt. Foto: factum/Archiv
Nicht nur bei der „School is out“-Party ist das Leobad rappelvoll gewesen. Vor allem im Juli sind die Massen ins Bad geströmt. Foto: factum/Archiv

Leonberg - Die Hitze des Sommers hat viele stöhnen lassen. Nicht aber in den umliegenden Freibädern. Die verzeichnen in dieser Saison echte Spitzenwerte bei den Besucherzahlen. Inzwischen sind die Vorboten des Herbstes unterwegs und kündigen das Ende des Sommers an und damit den Abschluss der Freibadsaison. Nur noch wenige Tage können die Besucher in Leonberg, Renningen und Mönsheim unter freiem Himmel ihre Bahnen ziehen. Alle drei Einrichtungen im Altkreis haben noch bis einschließlich Sonntag, 9. September, geöffnet.

Eine lange Pause ist im Leobad angesagt. Denn wenn am Sonntagabend die letzten Badegäste gegangen sind, bleibt das große Freibad bis mindestens zum Mai 2020 geschlossen. Die lange diskutierte und rund 15 Millionen Euro teure Sanierung wird in dieser Zeit durchgezogen.

Neuer Rekord für das Mönsheimer Freibad

Vor der langen Zwangspause kann der Bäderleiter Stefan Hilse abermals eine gute Bilanz ziehen. Sechsstellige Besucherzahlen übers Jahr sind in Leonberg ohnehin die Regel. Im Jahr 2015 haben 145 000 Besucher die Abkühlung gesucht, im Jahr darauf 135 000. Das vergangene Jahr war mit 120 000 Besuchern eines der schlechteren in der jüngeren Vergangenheit, in diesem Jahr ging es dank des guten Wetters wieder aufwärts. „Die Marke von rund 135 000 aus dem Jahr 2016 dürften wir erreicht haben“, meint Hilse. Insbesondere der Juli war ein guter Monat gewesen. „Es hat uns sehr geholfen, dass es häufig über einen längeren Zeitraum heiß war. Wenn nur an einem Tag die Sonne richtig scheint, verpufft der Effekt schnell“, erläutert Hilse.

Am Sonntag ist dann erst mal Schluss. „Unser Ziel ist es, rechtzeitig zum Saisonstart im Mai 2020 wieder zu öffnen“, sagt Hilse. Der Badespaß bleibt aber: Denn am Dienstag, 11. September, machen Hallenbad und Sauna auf.

Richtig rund lief es im Mönsheimer Freibad. „Die Saison ist super gelaufen“, berichtet der Kämmerer Andreas Scheytt. „Wir haben schon Mitte August die 40 000 überschritten.“ Das dürfte einen neuen Besucherrekord bedeuten. Denn der bisherige seit der Wiedereröffnung des Bads im Jahr 2004 lag bei 40 560 Besuchern.

Ansonsten nutzen jährlich im Durchschnitt 32 000 Besucher das Angebot der Gemeinde. „Im Mai und Juni lief es schon sehr gut, danach dachten wir: Jetzt kommt irgendwann der Einbruch – der kam aber nicht.“ Auch bei so guten Besucherzahlen bleibt die Einrichtung wie eigentlich in jeder Kommune ein Zuschussbetrieb. „Aber wir betreiben das Bad ja nicht, um Gewinn zu machen, sondern um den Menschen etwas zu bieten. Von daher ist dieses Ergebnis für uns auf jeden Fall sehr erfreulich.“

Die Saison in Renningen stand zunächst unter keinem guten Stern. Der Schwimmmeister, der erst im Jahr zuvor eingestellt worden war, hatte auf Ende Juni seine Stelle gekündigt. Zwar hat die Stadt inzwischen einen Nachfolger gefunden, der zum 1. März 2019 seine Stelle aufnimmt, für die laufende Saison blieb der Platz jedoch unbesetzt. Die übrigen Mitarbeiter und freiwillige Helfer hielten aber, wie man so schön sagt, den Laden am Laufen, sodass bis auf mittwochs immer die üblichen Öffnungszeiten galten.

Der Traum von der 100 000-Marke

„Man kam schon manchmal an seine Grenzen“, berichtet Sylvia Schlotte-Cornselius, Fachangestellte für Bäderbetriebe und im Moment die Leiterin des Renninger Freibads. „Das ist aber meistens so. Was uns sehr geholfen hat, war, dass wir zwei Kräfte aus der DLRG hatten, die als Rettungsschwimmer ausgeholfen haben, und dass uns auch Kräfte aus umliegenden Bädern unterstützt haben. Mit dieser Unterstützung konnten wir das Bad gut offenhalten.“ Der Einsatz hat sich gelohnt: „Die Saison liegt auf jeden Fall im obersten Durchschnitt“, berichtet Schlotte-Cornselius.

Ob es einen neuen Rekord gibt, das wird sich aber erst nach der endgültigen Auswertung zeigen. Die Topwerte aus früheren Jahren lagen bei um die 95 000. Das Jahr 2017 war davon weit entfernt, vom Wetter her war es eines mit Höhen und Tiefen. Zwar gab es Tage mit echten Spitzenwerten, an anderen blieb es dagegen eher ruhig. Insgesamt kamen „nur“ rund 78 000 Besucher. 2018 sieht das schon ganz anders aus. „Das einzige, was uns dieses Jahr gefehlt hat, waren eben diese Spitzentage“, berichtet Schlotte-Cornselius. „Man hatte eigentlich immer gut Platz.“ Dafür war das Bad durchgehend sehr gut besucht. „Mein großer Wunsch wäre ja, die 100 000 zu knacken“, sagt Sylvia Schlotte-Cornselius. „Wir waren schon kurz davor, ob wir es geschafft haben, werden wir bald sehen.“