Fußball-EM-Finale Zara Larssons Stilbruch im Stade de France

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Bei der Abschlusszeremonie vor dem Finale Frankreich – Portugal beleidigt das Outfit der schwedischen Sängerin Zara Larsson das Stilempfinden einer ganzen Nation.

Aufdringlich und prollig: der Ganzkörper-Anzug der Sängerin Zara Larsson (rechts neben DJ David Guetta) war nicht das passende Outfit für einen Auftritt vor Millionenpublikum im Stade de France. Foto: AFP 6 Bilder
Aufdringlich und prollig: der Ganzkörper-Anzug der Sängerin Zara Larsson (rechts neben DJ David Guetta) war nicht das passende Outfit für einen Auftritt vor Millionenpublikum im Stade de France. Foto: AFP

Paris - Es muss ja nicht gleich Louis Vuitton, Chanel oder Dior sein. Um in der Stadt der Liebe und der Mode auf großer Bühne zu reüssieren, täte es bereits ein schlichtes kleines Schwarzes, Label egal, Hauptsache mit Stil. Damit ist man für einen solchen Anlass gut angezogen, auch wenn beim Finale der Euro 2016 im Stade de France durchaus ein elegantes Abendkleid im Bereich des Möglichen gewesen wäre. Aber das, was die schwedische Sängerin Zara Larsson, das musikalische Beiwerk des DJ-Messias’ David Guetta (böse Netz-Zungen verhöhnen ihn mit dem Slogan „Yeah, I pressed play!“), da am Leib hatte, grenzte schon an Landesverrat in der Heimat von Coco Chanel und Jean Paul Gaultier. Sie präsentierte eine Art Ganzkörper-Aerobic-Anzug wie man sie in den Achtzigern in grellen Neon-Farben in der ZDF-Mitmach-Sportsendung „Enorm in Form“ bestaunen konnte. In Larssons Fall – sie ist erst 18 Jahre alt – läuft das Vergehen ausnahmsweise unter Jugendsünden.

Einfach nur billig

Nachsicht kann man bei genauerem Hinsehen trotzdem nicht walten lassen. Nicht nur, dass die Farbe des hautengen, aus Polyamid und Elasthan bestehenden Anzugs schlicht unpassend gewählt war, weil Weiß in dem Fall einfach nur billig wirkt. Auch die „Details“ sind jenseits von schick und daneben: Strass-Steinchen übersähen das Oberteil im Brustbereich bis hinunter in die Hüftpartien verlaufend und ein Haufen Western-Fransen von der linken Schulter bis zum Handgelenk vollenden den Wischmob-Look. Eine seltsame Schnür-Optik an der Taille macht das Ganze nur noch schlimmer. Wir fragen uns: wie konnte das passieren? Bei einer solchen Veranstaltung müssen doch Stilberater oder einfach Leute mit einem Auge für harmonische Optik zugegen sein, die junge Künstler wie Zara Larsson vor ihrem eigenen Stil-Missempfinden bewahren! Nun ja, die Performance von David Guetta und Zara Larsson geht insgesamt nicht gerade in die Geschichte der EM-Abschluss-Zeremonien-Highlights ein. Der offizielle Song „This one’s for you“ war ähnlich aufdringlich und prollig wie Larssons Ganzkörper-Glitzer-Fransen-Look.




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