Fußball im Golfclub Mit brennenden Schulterblättern

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Erst abschlagen, dann anschauen: so geht Public Viewing in der Anlage des City-Golfs. Das Porsche-Museum hält mit Rennsport im Feldbett dagegen.

Volker Gerstenmaier überzeugt sich vom korrekten Abschlag. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Volker Gerstenmaier überzeugt sich vom korrekten Abschlag. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Du entkommst ihr nicht. Die Discounter werben mit französischen Wochen, auch feinere Restaurants haben ihre Wände mit Flachbildschirmen tapeziert, und überall stehen Tischkicker, von der Zahnarztpraxis bis zur Exklusivabteilung von Breuninger. Die Europameisterschaft findet ausgerechnet neben den Dior-Taschen statt. . .

Kein Wunder, dass jetzt auch die Banker vom Fußballfieber befallen sind. Eine starke Offensive und eine verlässliche Defensive – nicht nur bei der EM gehe es um ein ausgewogenes Verhältnis, teilt das private Bankhaus Ellwanger & Geiger mit, sondern auch beim persönlichen Anlagedepot. Und während wir noch unsere Anleihen und Wertpapiere (die Defensive) sowie unsere Aktien (die Offensive) im Geiste ordnen, flattert uns die Einladung zum Public Viewing ins Haus.

Bei der Ortswahl hat die Bank-Mannschaft das Golden Goal geschossen. Rund 50 Gäste durften sich beim City-Golf am Donnerstagabend erst mal warm schlagen, bevor sie sich gemeinsam das Spiel Deutschland gegen Polen zu Gemüte führten. Er habe sich drei, vier Locations angeschaut, erzählte der persönlich haftende Gesellschafter Volker Gerstenmaier, und habe sich dann für den etwas anderen Golfclub direkt am Neckar entschieden. Dabei wolle er keineswegs die Fußball-Festung unterminieren. „Ich habe das letzte Mal vor fünf Jahren Golf gespielt.“

Schon komisch, wenn der Immobilienmakler ein Fan-T-Shirt trägt und sich die Deutschlandflagge auf die Wangen gemalt hat: Am überdachten Abschlagplatz präsentierten sich Nachwuchsstars, Naturtalente und hoffnungslose Fälle. Das Fußballspiel war, wie Gerstenmaier es formulierte, „nicht der Burner“. Dafür aber brannten die Schulterblätter. Und manch überglücklicher Hobbygolfer konnte in der grünen Idylle nachvollziehen, warum die Betreiberin der Golf- und Eventanlage, Nadine Wuttke, an den Wochenenden quasi ausgebucht ist. Mit Hochzeiten.

24 Stunden geöffnet

Im Porsche-Museum kann man auch heiraten. Aber nicht an diesem Wochenende. Zum dritten Mal ist das Haus während des legendären 24-Stunden-Rennens von Le Mans durchgängig geöffnet, seit dem heutigen Samstag 9 Uhr bis zum Sonntag, 18 Uhr – bei freiem Eintritt. Wer nicht warten möchte bis Dienstag, hat also reichlich Gelegenheit zum Public Viewing auf zahlreichen Großleinwänden und Bildschirmen. Rennwagen in groß und klein: Zum Rahmenprogramm gehören die beliebten Motorstarts und Carrera-Bahnen.

Und die Gastronomin Conny Weitmann hat auf dem Gelände ihr Französisches Dorf aufgebaut, die legendäre Kulissenstadt wie einst auf dem Wasen, „bloß eine Nummer kleiner“, wie sie sagt. Für alle, die das Dauerschauen dann doch ermattet, werden übrigens von Mitternacht an im Museumsfoyer Feldbetten ausgegeben. Es gilt freie Platzwahl.

Auch wenn es mancher bedauern dürfte: Das Playmate Mia Grauke hat keinen Platz mehr neben sich frei. Auch das EM-Spiel hat sie ganz brav daheim angeschaut mit ihrem Lebensgefährten und Manager Oliver Kobs. Dafür können Fans sie bei einem ganz besonderen Public Viewing am 3. Juli treffen. Das ist zwar weit draußen auf dem Land in Burladingen-Melchingen, aber verspricht, eine große Show zu werden.

Anlass ist der Tag der offenen Tür bei den Autohändlern Sven und Michael Kanz. Die beiden Brüder sind bekannt als die „Luxusautohändler“ aus der RTL-II-Serie „Kanz oder gar nicht“. Mia wird eine Runde mit „Kitt“ fahren, dem sprechenden Auto aus der 80er-Jahre-Kultserie „Knight Rider“, im Heli fliegen und sich vom Drift-Weltmeister Alexander Gräff umrunden lassen. Der „Bergdoktor“-Darsteller Mark Keller wird ebenfalls auf der Alb erwartet, und wenn es ihr Terminkalender zulässt, wollen eventuell auch Carmen und Robert Geissen vorbeischauen. Wer braucht da noch Fußball?

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