Fußball Landesliga Ärger und Wut nach 2:3 bei der SKV Rutesheim

Maxim Russ (Mi.) erzielte dank Windunterstützung die 2:1-Führung der SKV mit einem direkt verwandelten Eckball. Foto: Baumann/Alexander Keppler

Die 2:3(0:1)-Niederlage der SKV Rutesheim wirkte noch lange nach: Trainer Christopher Baake wirft TSV Ilshofen beim entscheidenden Treffer „grobe Unsportlichkeit“ vor.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Der Württembergische Fußball-Verband (WFV) hat vor einigen Jahren die Aktion „Bleib fair“ ins Leben gerufen, in der Fußballer ausgezeichnet werden, wenn sie in besonderer Weise den Fairplay-Gedanken gelebt haben – sei es, dass sie gegenüber dem Schiri eingeräumt haben, das vor dem Elfmeterpfiff kein Foul passiert sei oder sie eine Verletzung eines Spielers nicht ausnutzten, um ein sicheres Tor zu erzielen. Die Landesliga-Kicker des TSV Ilshofen kommen dafür aus Sicht von Christopher Baake nie und nimmer infrage. „Das Tor zum 2:3 war ein Skandal“, wetterte der Trainer der SKV Rutesheim nach der 2:3(0:1)-Niederlage, „das war grob unsportliches Verhalten der Ilshofener Spieler – und der Schiedsrichter hat ebenfalls nicht eingegriffen.“

 

Es lief die 78. Minute, als ein TSV-Stürmer auf Jan Göbel zulief, aus kurzer Distanz abzog und den SKV-Tormann am Kopf traf, sodass dieser am Boden liegen blieb. Verteidiger Patric Vaihinger eilte seinem Teamkollegen sofort zu Hilfe, ohne sich um seinen Gegenspieler zu kümmern – doch die Gastgeber machten unbeeindruckt weiter, spielten noch drei Pässe und schoben den Ball schließlich ins verwaiste Rutesheimer Tor. „Das ist Anti-Fairness“, tobte Baake und grollte: „Der Schiri hätte unterbrechen müssen, wenn er feststellt, dass ein Spieler nach einem Kopftreffer zu Boden geht.“

Der Treffer zählte, die SKV Rutesheim musste nach dem 1:3 gegen den FV Löchgau die zweite Niederlage in Folge hinnehmen. Dabei war die Szene nicht die einzige Situation, die den Blutdruck und den Pulsschlag der Rutesheimer in gesundheitsgefährdende Bereiche steigen ließ. Auch ein Abseitspfiff von Schiedsrichter Tobias Brugger erregte den Zorn der Gäste, nachdem Laurin Stütz das vermeintliche 3:2 erzielt hatte. „Das war höchst fragwürdig“, knurrte Christopher Baake, „aus unserer Sicht war es keinesfalls Abseits, weil es ein Querpass war.“

Ärger in der Schlussphase: Tor aberkannt

Abgesehen von diesen Szenen hätte die SKV auf dem schmierigen Rasen in Ilshofen zuvor die Chance gehabt, die kampfbetonte Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden. Laurin Stütz besaß zwei Möglichkeiten zur Führung, dann setzte es die kalte Dusche mit dem 0:1 durch Dogukan Kaplan (44.), als die SKV-Defensive nicht auf dem Posten war. Nach der Pause wendete sich das Blatt, nach einer Ecke von Maxim Russ erzielte Tobias Gebbert das 1:1 (48.), den nächsten Eckball verwandelte Russ mithilfe des starken Windes selbst direkt zum 2:1 (52.) – in der Folge hätten die Gäste gut und gerne auf 3:1 erhöhen können, doch es folgte die nächste Eisdusche: Jan Göbel schätze eine Situation falsch ein und verließ sein Tor, Lukas Lindner lupfte den Ball über ihn zum 2:2 (66.). Dann nahm das Unheil aus Rutesheimer Sicht mit dem verweigerten Treffer und dem spielentscheidenden Tor seinen echauffierenden Lauf. Die einzig gute Nachricht: Torspieler Jan Göbel hat den Schuss an den Kopf weggesteckt, spielte weiter und ist wohlauf. SKV Rutesheim: Göbel – Schneider, Rudloff, Baki (60. Lamatsch), Vaihinger (84. Maier) – Strahl, Gebbert, Russ, Riedlinger – Stütz – Heiler (80. Schmidt).

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