Christopher Baake hält es im Fußball neben dem Landesligisten SKV Rutesheim, wo er Cheftrainer ist, mit dem Ballspielverein Borussia 09 aus Dortmund. Und da freute er sich über einen schicken 2:0-Erfolg des BVB über Newcastle United in der Champions League nach der schlimmen Schlappe von 0:4 in der Bundesliga gegen den FC Bayern München. Udo Jürgens hatte schon 1967 erkannt und wies musikalisch die ganze Welt darauf hin: Und immer, immer wieder geht die Sonne auf!
Dieses Motto zählt an diesem Samstag (14 Uhr) auch bei der SKV, die beim TSV Ilshofen antritt. Dort soll das Team die schwache Leistung vom 1:3 gegen den FV Löchgau vergessen machen und den Rückschlag in einen weiten Sprung nach vorn verwandelt. „Wir haben das aufgearbeitet“, sagt Baake, „und wir wollen mit einem Sieg oben mit dran bleiben.“ Die SKV-Kicker sind gewarnt: Mit einer Niederlage würde der TSV nach Punkten gleichziehen, weshalb der Coach seiner Mannschaft ins Gedächtnis gerufen hat: „Wir können jeden in der Liga schlagen“, aber geknüpft an die Bedingung: „Wenn wir unsere bestmögliche Leistung abrufen.“
Christopher Baake und Spieler-Allzweckwaffe Tim Rudloff sind da schon als gute Vorbilder vorausgegangen – am Montag haben sie die schriftliche Prüfung zur Trainer-B-Lizenz abgelegt, am Mittwoch folgte eine 20-minütige Lehrprobe im Training auf dem Rutesheimer Sportgelände unter den gestrengen Augen zweier Prüfer vom Württembergischen Fußball-Verband (WFV). Ihre Conclusio: Baake und Rudloff haben bestanden. Dieses erfreuliche Urteil würde der Coach gerne auch am Samstag gegen 16 Uhr über seine Schützlingen in Ilshofen fällen.
Lerneffekt beim TSV Heimerdingen
Daniel Riffert steckt vor dem Heimspiel des TSV Heimerdingen am Samstag (15.30 Uhr) gegen den TSV Crailsheim in einer ähnlichen Situation wie der Kollege aus Rutesheim. Nach der vermeidbaren 1:2-Niederlage beim TV Oeffingen soll gegen den letztjährigen Vizemeister die Scharte schnellstmöglich wieder ausgewetzt werden. „Die Spieler wissen, was sie in der ersten Hälfte in Oeffingen alles falsch gemacht haben“, erzählt Riffert, „jeder hat sich über das Ergebnis geärgert.“
Lieblingsgegner TSV Crailsheim
Am vergangenen Sonntag haben die Kicker des Tabellenführers nach zehn Partien wieder erfahren müssen, dass Niederlagen noch schlimmer schmecken als ein abgestandenes, warmes Bier – und Riffert ist überzeugt, dass in Crailsheim deshalb ein frischer Geist die Mannschaft beseelen wird. „Jeder will es besser machen als in Oeffingen“, sagt er und weist darauf hin, dass Dennis Chirivi krankheitsbedingt fehlt. Dass der Gegner TSV Crailsheim heißt, kann ein gutes wie ein schlechtes Vorzeichen sein – in der vergangenen Saison deklassierte der TSV aus Heimerdingen den TSV aus dem fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs mit 8:2 und 4:1. Lieblingsgegner einerseits, rachelüsterner Gedemütigter andererseits.
Doch Daniel Riffert schert sich nicht um die Vergangenheit, „das Spiel beginnt mit 0:0“, sagt er und geht fest davon aus, dass seine Mannschaft aus der 45-minütigen Pleitevorstellung in Oeffingen gelernt und den Schluss gezogen hat: Die Tabellenführung lässt sich nicht durch bloße Anwesenheit auf dem Spielfeld verteidigen. Diese Weisheit gilt in jeder Sportart und in jeder Liga.