Fußball Landesliga Ein Schritt noch für TSV Heimerdingen in die Verbandsliga

Kleiner Vorgeschmack auf die mögliche Meisterfeier: Die Spieler des TSV Heimerdingen bejubeln den 2:1-Sieg in Crailsheim. Foto: Joachim Mayershofer

Die Landesliga-Fußballer aus Heimerdingen stehen nach dem 2:1 beim TSV Crailsheim vor dem Tor zur Verbandsliga und müssen nur noch durchgehen. Stolpern sie jedoch im letzten Moment?

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Der Spruch ist bekannt, der davon handelt, was Pferde manchmal Unschönes vor einer Apotheke von sich geben. Was heißen soll, dass (nicht nur) im Fußball dumme Dinge passieren, mit denen niemand mit gesundem Menschenverstand gerechnet hat. Dass Deutschland etwa 2018 in der WM-Vorrunde als Titelverteidiger ausscheidet oder der FC Bayern München in einer Saison keinen einzigen Titel gewinnt.

 

Oder dass Spitzenreiter TSV Heimerdingen am letzten Spieltag zuhause gegen Absteiger TSV Pfedelbach verliert und der VfR Heilbronn mit einem Sieg über den TV Oeffingen Meister wird. Oder Heimerdingen lediglich remis spielt und der VfR mit neun Toren Differenz die Oeffinger schlägt. In beiden Fällen würde der TSV aus Heimerdingen auf Platz zwei abrutschen und müsste – anstatt als Meister direkt in die Verbandsliga aufzusteigen – in die Knochenmühle der Relegation. Ein Horrorszenario für alle, die den Club und den Fußball lieben.

„Wir haben noch einen Schritt zu gehen“, betont Fußball-Chef Uwe Sippel nach dem verdienten 2:1(2:0)-Erfolg seines TSV beim Tabellennachbarn TSV Crailsheim, „wir haben diesen Matchball und wollen ihn verwandeln.“ Auch Trainer Daniel Riffert ist weit davon entfernt, das Fell des Bären zu verteilen, bevor er erlegt wurde. „Wir haben es in der Hand, die zwei Punkte Vorsprung vor Heilbronn ins Ziel zu bringen“, sagt der 35-Jährige, „es gibt deshalb noch keinen Grund, den Aufstieg zu feiern.“ Trotz der verlockend leichten Konstellation.

Kleine Siegesfeier in Crailsheim

Ein wenig Party musste aber in Crailsheim sein, nach dem Schlusspfiff gab’s ein kleines Siegesfest auf dem Spielfeld, auch später in der Kabine und auf der Heimfahrt herrschte eine – neutral beschrieben – ausgezeichnete Stimmung. „Nach diesem Erfolg ist ein großes Stück Last von uns abgefallen“, erzählt der eingewechselte Stürmer Haris Gudzevic, „wir mussten diese Freude einfach rauslassen.“ Die Heimerdinger hatten auf dem Weg zur Meisterschaft diesen enorm schweren Stein beiseite zu räumen – und sie haben dies ziemlich überzeugend getan.

Nach zähem Beginn übernahm der Ligaprimus vor 400 Fans (darunter gut 150 aus Heimerdingen) in Crailsheim das Kommando und lag zur Pause mit 2:0 vorn. Erst hatte der flinke Robin Reichardt seinen Gegenspieler abgehängt und Crailsheims Keeper Lars Albig genarrt (32.), dann köpfte Rudolf Buxmann eine Flanke von Salvatore Pellegrino punktgenau ins Tor (39.). „Mit diesem Doppelschlag haben wir den Crailsheimern den Stecker gezogen“, findet Uwe Sippel.

Trainer Riffert mit einem Kritikpunkt

Zwar steckten die Hausherren im zweiten Durchgang nie auf, doch die Heimerdinger kontrollierten das Match und lieferten ihrem Coach den einzigen kritikwürdigen Umstand der Partie. „Wir müssen das Spiel früher zumachen“, meinte Riffert zum fahrlässigen Umgang mit Torchancen, denn sowohl Gudzevic als auch Pellegrino hatten Tor Nummer drei auf dem Fuß. Das 1:2 in der Nachspielzeit von Louis Hermann war aber nicht mehr als ein kleiner Schönheitsfleck.

„Auch Pfedelbach ist ein Brocken“

Nun steht ein vermeintliches Kinderspiel gegen Pfedelbach an, um die Saison zu veredeln. Aber das Team ist gewarnt. Übermut tut selten gut. Heilbronn glaubte sich nach dem 3:0 über den TSV fast am Ziel und verlor fünf Tage später gegen Kellerkind SG Sindringen/Ernsbach, was Heimerdingen wieder in die Pole-Position brachte. „Crailsheim war ein Brocken“, sagt Haris Gudzevic, „der nächste Brocken heißt Pfedelbach.“ Robin Reichardt hält nichts von Taktieren. „Mag sein, dass uns ein Punkt reicht“, sagt der Torschütze, „aber wir wollen drei. Es geht um alles.“ Die Sinne sind geschärft, Trainer Riffert hält ebenfalls nichts vom Rechenschieber. „Wir machen unser Ding“, sagt er, „dann kann Heilbronn von mir aus 15:0 gewinnen.“ TSV Heimerdingen: Emmrich – Fota, Geppert, Pellegrino – Reichardt (51. Buschermöhle), Stagel Alberto, Dos Santos Cuehlo, Kuchtanin, Ulici (70. Gudzevic) – Buxmann (84. Riedmiller), Ruckh.

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