Fußball Landesliga TSV Heimerdingen spielt nur eine Halbzeit lang Fußball

Duell um den Ball: Furkan Yumurtaoglu vom TSV Heimerdingen (re.) will sich gegen den Oeffinger Alexander Grau durchsetzen. Foto: Eva Herschmann

TSV Heimerdingen unterliegt nach zehn Spielen ohne Niederlage mit 1:2 (0:2) beim TV Oeffingen – und Trainer Daniel Riffert ist über die Leistung des Spitzenreiters in Hälfte eins entsetzt.

Sport: Jürgen Kemmner (jük)

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Diese Weisheit hat der ehemalige Sänger der Band Trio, Stephan Remmler, der Welt musikalisch 1986 dargelegt, und diese banale Behauptung ist bis heute nicht widerlegt worden. Nun wurde sie in der Fußball-Landesliga erneut bestätigt: Der TSV Heimerdingen hat nach einer Serie von zehn Spielen ohne Niederlage ein 1:2 beim TV Oeffingen kassiert, womit der Lauf beendet ist. „45 starke Minuten reichen eben nicht“, knurrte Heimerdingens Fußball-Chef Uwe Sippel, „in der ersten Hälfte haben wir uns grottenschlecht präsentiert.“

 

Die Malaise für den TSV begann schon vor dem Anpfiff, Christian Stagel Alberto holte sich beim Aufwärmen eine Oberschenkel-Zerrung und musste durch Martin Kuchtanin ersetzt werden – irgendwie wirkte sich das auf dessen Kollegen aus. Die Gäste kamen nicht auf Betriebstemperatur, hatten ungewöhnliche Probleme im Spielaufbau, weil die Oeffinger hoch und aggressiv pressten. „Wir waren schläfrig“, bemerkte Trainer Daniel Riffert, „und haben die Gegentore sozusagen selbst vorbereitet.“ Vor dem 0:1 ging außen der Ball im Spielaufbau verloren, die Oeffinger Angreifer setzten sich massiv durch, brachten die Kugel vors TSV-Tor – und dort war Collins Oniha der Leidtragende, der die Fehlerkette nicht mehr ausbügeln konnte und den Ball ins eigene Tor beförderte (7.).

Die Gäste versuchten, den Rückstand auszugleichen, richtig torgefährlich wurden sie viel zu selten. Martin Kuchtanin setzte einen Schuss an den Außenpfosten, Haris Gudzevic traf freistehend aus sieben Metern den Ball kurz vor dem Halbzeitpfiff nicht richtig, sodass im Angriff für den TSV weiter die Null stand. Wenn man glaubt, es geht nicht mehr schlimmer, kommt es noch schlimmer. Dieses Murphy’sche Gesetz bewies Robin Slawig in der zweiten Minute der Nachspielzeit – und zwar nach dem bekannten Muster vom 0:1. Der TV Oeffingen eroberte tief im TSV-Gelände den Ball, brachte die Kugel gefährlich vors Tor, wo Slawig mit dem 2:0 so wenig Probleme hatte wie ein Elefant einen Porzellanladen zu verwüsten. „Kaum einer hat in der ersten Hälfte zu seiner gewohnten Leistung gefunden“, kritisierte Coach Riffert.

TSV Heimerdingen belagert den Strafraum

Ein 0:1 zu egalisieren wäre schwierig geworden, das lästige 0:2 machte die Aufgabe noch komplizierter. Zwar drängte der Spitzenreiter vehement auf das Tor der Gastgeber und hatte deutlich mehr Spielanteile – nur ein einziges Mal war TSV-Schlussmann Lukas Emmrich ernsthaft gefordert und zeigte sich souverän auf dem Posten. Der Oeffinger Strafraum befand sich in Dauerbelagerung wie die Festung Hohentwiel (bei Singen) im Dreißigjährigen Krieg. Doch mehr als einen empfindlichen Treffer mussten die Belagerten nicht hinnehmen, Collins Oniha erzielte nach 68 Minuten aus einem Gestochere nach einem Eckball heraus den Anschlusstreffer und machte dem Heimerdinger Anhang noch einmal Hoffnung.

Pfostenschuss in der Nachspielzeit

Mit etwas Glück hätte der TSV doch noch einen Punkt mit auf den Heimweg genommen, doch der Schuss von Pascal dos Santos Coelho krachte in der siebten Minute der Nachspielzeit ans Aluminium des Pfostens. Uwe Sippel konstatierte ernüchtert: „Man muss sich nicht wundern, wenn man nur 45 Minuten lang Fußball spielt, dass man am Ende mit leeren Händen dasteht.“ Heimerdingen: Emmrich – Bortel, Oniha, Fota, Pellegrino (90+3 Geppert) – Dos Santos Coelho, Kuchtanin, Chirivi (46. Muratlar), Yumurtaoglu – Gudzevic (63. Bytyci), Ruckh.

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