So sehr haben sich die Fans des TSV Heimerdingen wohl selten über einen Assistenten gefreut, der seine Fahne hoch in den Himmel hielt. Der Tabellenführer der Liga führte vor 200 Zuschauern an der Weissacher Straße 2:1 – in der vierten Minute der Nachspielzeit hatte der TSV Ilshofen alle Mann nach vorn geworfen, eine Flanke flog in den Strafraum und plötzlich lag der Ball hinter Torhüter Lukas Emmrich im Heimerdinger Tor. Ein Nackenschlag zum 2:2 in allerletzter Sekunde wie schon in Pflugfelden? Eine Sekunde später kollektives Aufatmen aufseiten des TSV Heimerdingen, der Assistent an die Linie hatte auf Abseits entschieden. Zehn Sekunden später pfiff Schiedsrichter John Köber die vor allem nach der Pause gutklassige Partie ab. „Wenn das kein Abseits gewesen wäre, das wäre verdammt bitter gewesen“, bekannte TSV-Trainer Daniel Riffert.
Damit hat der TSV Heimerdingen an der Tabellenspitze wieder drei Punkte zwischen sich und Verfolger VfR Heilbronn gelegt, nachdem die SKV Rutesheim dem TSV einen stattlichen Nachbarschaftsdienst erwiesen und den VfR in Heilbronn am Mittwoch 3:0 besiegt hatte. Der 2:1-Erfolg über den TSV Ilshofen war ein verdienter, da Heimerdingen kurz nach der Pause mehrere Chancen zur Führung hatte verstreichen lassen – der Schuss des eminent fleißigen Martin Kuchtanin wurde in letzter Sekunde geblockt (49.), der Schuss des stets gefährlichen Furkan Yumurtaoglu klatschte an den Pfosten (50.), ein Heber von Yumurtaoglu wurde kurz vor der Linie geklärt (54.), und Ilshofens Torhüter Jannik Laber entschärfte einen Kracher von Yumurtaoglu. Erst Rudolf Buxmann war es vergönnt, den kompletten Heimerdinger Anhang mit dem 1:0 (62.) zu erlösen.
Ilshofen spielt erst nach dem 0:1 mit
Erst jetzt spielten auch die Ilshofener Fußball, die zuvor ihr Heil in der Verteidigung gesucht hatten nach dem Old-school-Motto „hinten dicht und vorne hilft der liebe Gott“. Dennoch blieben die Gastgeber am Drücker und belohnten sich mit dem 2:0 (77.) – eine Flanke wuchtete Filip Milos per Kopf ins Tor, zwar war der Ilshofener Keeper Laber noch dran, konnte den Ball aber nicht mehr ablenken. Wer geglaubt hatte, die Partie nehme nun ihren Lauf und der TSV Heimerdingen würde die drei Punkte souverän nach Hause bringen, wurde getäuscht. Jonas Lausenmeyer nutzte eine Unpässlichkeit in der Defensive, umkurvte Lukas Emmrich und schob zum 1:2 ein (80.).
Turbulente Nachspielzeit
Es folgten inklusive Nachspielzeit gut 15 abwechslungsreiche Minuten. Das Spiel wogte hin und her, die Heimerdinger sahen sich nach einem Foul an Buxmann um einen Strafstoß (82.) gebracht, die Ilshofener versuchten, noch diesen einen Punkt mitzunehmen. Beinahe wäre es soweit gewesen, aber der Assistent erkannte eine Abseitsstellung vor dem vermeintlichen 2:2. „Wir hätten eben das dritte Tor setzen müssen“, meinte Trainer Daniel Riffert, „aber der Sieg war verdient – die Mannschaft hat nach dem 1:3 in Löchgau die richtige Reaktion gezeigt.“