Fußball-Regionalliga Das sagt Trainer Markus Fiedler zur Erfolgsserie des VfB Stuttgart II

Der Trend bei der U21 des VfB Stuttgart und Trainer Markus Fiedler geht nach oben. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Der VfB Stuttgart II ist nach drei Siegen in Serie auf Regionalligaplatz drei geklettert. Wie erklärt sich Trainer Markus Fiedler die vielen späten Tore seiner Mannschaft? Glaubt er an die Chance, Spitzenreiter Stuttgarter Kickers noch abzufangen?

Sport: Jürgen Frey (jüf)

Der VfB Stuttgart II hat den Rückstand auf Regionalliga-Spitzenreiter Stuttgarter Kickers auf fünf Punkte verkürzt. Vor dem Heimspiel gegen Kickers Offenbach (Karsamstag, 14 Uhr/Gazi-Stadion) spricht Trainer Markus Fiedler über die jüngste Erfolgsserie seines Teams und die Ambitionen in den restlichen neun Spieltagen.

 

Herr Fiedler, warum gewinnt Ihr Team so viele Spiele in letzter Minute?

(lacht) Ein Stückweit hatten wir zuletzt auch das nötige Quäntchen Glück. Aber unsere jüngsten Siege bei Astoria Walldorf, gegen den SGV Freiberg und beim Aufstiegsmitfavoriten FC 08 Homburg hatten ihre Ursachen auch darin, dass wir uns nie mit dem Unentschieden zufrieden gaben, sondern immer versucht haben, noch ein Tor zu erzielen. Von daher ist das auch eine mentale Geschichte.

Auch im ersten Spiel 2024 hat Ihre Mannschaft einen 0:2-Rückstand aufgeholt.

Ja, wir haben gegen eine starke TSG Balingen noch mit viel Leidenschaft ein 2:2 geholt. In allen vier Spielen im neuen Jahr haben wir unsere Tore ab der 70. Minute erzielt. Das zeigt auch, dass wir in der Vorbereitung eine gute körperliche Basis gelegt haben. Wir können das Tempo hochhalten. Wenn sich gegen Ende das Spiel öffnet und sich Räume ergeben, nutzen wir das.

Dabei spielt Ihr Team nicht in Bestbesetzung.

Das kann man wohl sagen. Für Samuele Di Benedetto ist nach einem Wadenbeinbruch die Saison gelaufen, genauso für Alexander Groiß nach seinem Meniskusriss. Zudem fehlt uns seit drei Spielen unser mit 15 Toren nach wie vor bester Torschütze Dejan Galjen wegen einer Schienbeinreizung. Am vergangenen Freitag in Homburg mussten wir neben dem gesperrten Moussa Cisse dann noch auf diverse Spieler verzichten, die auf Länderspielreise waren, darunter Torwart Dennis Seimen sowie Laurin Ulrich und Raul Paula, die unser Herzstück im Mittelfeld bilden.

Hand aufs Herz, wie intensiv haben Sie am Samstag das Spiel von Spitzenreiter Stuttgarter Kickers am Samstag gegen Eintracht Frankfurt II verfolgt?

(lacht) Mit dieser Frage habe ich schon gerechnet. Ich habe alle Regionalligaspiele im Liveticker verfolgt.

Nach der Niederlage der Blauen beträgt der Rückstand nur noch fünf Punkte.

Es herrscht an der Spitze eine spannende Konstellation, aber ich glaube vor allem die TSG 1899 Hoffenheim II hat sich über das 1:3 der Kickers gegen Eintracht Frankfurt II die Hände gerieben. Die TSG empfängt am Samstag die Kickers und hat noch das Nachholspiel am 17. April in Steinbach in der Hinterhand.

Ihr Team kann im direkte Duell gegen die Blauen am 27. April aber auch weiter Boden gutmachen.

Damit beschäftige ich mich nicht. Wir haben zuletzt mit viel Mentalität die Spiele auf unsere Seite gezogen, nicht weil wir eine dominante Spielweise an den Tag legten. Hinzu kommen unsere Personalprobleme. Deshalb blicke ich jetzt nicht permanent nach oben, zumal die Kickers zurecht da oben stehen und sie trotz der Niederlage gegen die Eintracht einen konstanten und stabilen Eindruck machen.

Den machte zuletzt auch Kickers Offenbach. Ihr Gegner am Karsamstag.

Auf jeden Fall. Der OFC ist ein hochkarätiges Team, das wird ein ganz dickes Brett für uns.

Ist es ein Nachteil für Ihr Team, dass die Partie im Gazi-Stadion stattfindet?

Das hoffe ich nicht. Das Gazi-Stadion ist zwar unsere Ausweichspielstätte und wir würden tatsächlich am liebsten alle unsere Heimspiele im Schlienzstadion austragen, aber wir haben in Degerloch in dieser Saison nicht nur das Derby gegen die Kickers mit 0:2 verloren, sondern eben auch Eintracht Frankfurt II mit 6:0 geschlagen. Zudem habe ich aus der Zeit als U-17-Trainer gute Erinnerungen, als wir 2022 im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft Hertha BSC 1:0 geschlagen haben.

Zur Person

Karriere
Markus Fiedler kam am 6. Februar 1986 in Leonberg zur Welt. Er selbst spielte bis zur Landesliga beim TSV Eltingen. Dort begann er auch seine Trainertätigkeit in der U 14. Von 2010 an trainierte er beim SGV Freiberg die U 17 und die U 19, zwischendurch war er auch Co-Trainer unter Ramon Gehrmann in der ersten Mannschaft des SGV. In der Saison 2014/15 fungierte der ausgebildete Realschullehrer als Co-Trainer bei der U 17 der TSG 1899 Hoffenheim. Danach ging es zum VfB Stuttgart, wo er bei der U 14 begann und 2020 die U-17-Bundesliga-Mannschaft übernahm. Seit 1. Juli 2023 ist er als Nachfolger von Frank Fahrenhorst für die U 21 zuständig.

Persönliches
Fiedler wohnt in Gerlingen. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder im Alter von vier Jahren und einem Jahr. (jüf)

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