Galerie Stihl in Waiblingen Ein Besucherrekord, ein Abschied

Die Ausstellung „Loriot: Spätlese“ hat sich als ein  Publikumsmagnet  erwiesen. Foto: Gottfried Stoppel
Die Ausstellung „Loriot: Spätlese“ hat sich als ein Publikumsmagnet erwiesen. Foto: Gottfried Stoppel

In der Galerie Stihl in Waiblingen hat das Jahr mit einer Loriot-Ausstellung höchst erfolgreich begonnen. Einen Wermutstropfen gibt es dennoch: Die Galerieleiterin Ingrid-Sibylle Hoffmann wechselt ans Landesmuseum nach Stuttgart.

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Waiblingen - Dieses Jobangebot habe sie einfach nicht ablehnen können, sagte Ingrid-Sibylle Hoffmann, die Leiterin der Galerie Stihl, über ihre persönliche Traumstelle. Und so wechselt die promovierte Kunsthistorikerin gegen Ende des Jahres an das Landesmuseum Stuttgart – als Kuratorin für die Kunst des Mittelalters. Die Nachricht von Hoffmanns bevorstehendem Abschied trübe die tollen Aussichten, die der Ausblick auf die kommenden Ausstellungen biete, bedauerte in der Sitzung des Kulturausschusses zum Beispiel die Gemeinderätin Juliane Sonntag (SPD) . Dessen Mitgliedern hat die Galerieleiterin am Donnerstagabend die Planung für das kommende Jahr vorgestellt.

Picassos Arbeiten im Hoch-, Tief- und Flachdruck

Das Ausstellungsjahr beginnt Ende Januar mit „Picasso – Der künstlerische Prozess“. In Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster zeigt die Galerie Stihl bis Ende April Beispiele dafür, dass der Künstler verschiedenste Arten des Druckens perfekt beherrschte. Zur Ausstellung wird ein Katalog veröffentlicht.

Rund 100 Blätter von Künstlern der Romantik, aus der Zeit zwischen 1770 und 1870, sind dann von Mitte Mai an im Kunstmuseum an der Rems zu sehen. Die Ausstellung „Spiegel der Seele – Landschaftszeichnungen der Romantik“ sei insofern ein Novum, als keine mehrfach existierenden Drucke oder Radierungen, sondern Originalunikate gezeigt würden, erklärte Hoffmann. Zu sehen sind unter anderem Federzeichnungen und Aquarelle von Ludwig Richter, Caspar David Friedrich und Carl Blechen, welche „die Geburtsstunde der Zeichnung als eigenes künstlerisches Medium“ dokumentierten.

Ein weltberühmter Siebdrucker aus Stuttgart

Im Herbst widmet sich die Galerie Stihl einer speziellen Technik: dem künstlerischen Siebdruck, der Serigrafie. Im Zentrum steht der einst in Stuttgart lebende Grafiker Luitpold „Poldi“ Domberger, der die aus Amerika stammende Siebdruck-Technik hierzulande erst richtig bekannt machte. Sein Nachbar war Willi Baumeister, und der Druck seiner Serigrafien, erzählt Hoffmann, habe Domberger weltberühmt gemacht.

Victor Vasarely, Keith Häring, Sigmar Polke – „Das ,Who is who’ der Kunstgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist zu Domberger gepilgert“, so Hoffmann. Richard Estes, dessen Arbeiten ebenfalls zu sehen sein werden, habe mit seinen fotorealistischen, bis zu zwei Meter breiten Blättern die Siebdruck-Technik an ihre Grenzen gebracht: „Seine großformatigen Arbeiten sind ideal für unsere Halle.“




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