Gartenschau in Marbach Begrünte Brücke und neuer Park zum Großereignis

In Marbach soll die Straße Richtung Poppenweiler mit einer Gardenbridge überwunden werden. Foto: Planstatt Senner

Die Ideen für die Marbacher Schillerhöhe zur Gartenschau werden immer konkreter. Ein besonderes Schmankerl könnte die Anbindung an den Neckar werden.

Die High Line zählt gerade zu den angesagtesten Touristenattraktionen in New York. Auf einer ehemaligen Bahntrasse wurde eine adrette Parkanlage angelegt, durch die man entspannt flanieren kann, während unter einem das pralle Leben in Manhattan tobt. In ganz kleinem Maßstab könnte ein ähnliches Projekt in Marbach zur gemeinsamen Gartenschau 2033 mit Benningen entstehen. Ziel ist, das Schulzentrum und die Schillerhöhe künftig elegant per „Gardenbridge“, also einer Brücke mit pflanzlichen Farbtupfern über der Poppenweilerstraße zu verbinden, wie Johann Senner von Büro Planstatt Senner am Montag bei einer Infoveranstaltung in der Stadthalle vor rund 70 Zuhörern ankündigte. Momentan wird die Verkehrsschneise durch einen eher schnöden, nicht einmal barrierefreien Steg überwunden.

 

Architekten aus ganz Europa können mitmachen

Das ist aber nur eine von mehreren Ideen, die im Rahmenplan für die Schillerhöhe verankert werden könnten, in den auch Vorschläge aus der Bürgerschaft einfließen. Was genau am Ende in dem Grobkonzept festgezurrt wird, entscheidet der Gemeinderat laut Gartenschaumanagerin Annette Fiss in seiner ersten Sitzung des kommenden Jahres. Auf der Basis wird ein Wettbewerb ausgeschrieben, an dem Büros aus ganz Europa teilnehmen und detaillierte Gestaltungsüberlegungen einreichen können. „Der Rahmenplan formuliert die Ziele, beschreibt die Herausforderungen und das Potenzial. Der Wettbewerb liefert dann Lösungen“, fasste Annette Fiss zusammen. Analog wird beim restlichen Teil des Gartenschaugeländes verfahren, das bis nach Benningen auf die andere Seite des Neckars hinüberreicht – nur eben zeitlich verzögert.

Dass man die Planungen für die Schillerhöhe nun isoliert forciert, hängt mit einem anderen Millionenprojekt zusammen. Das Deutsche Literaturarchiv (DLA) will auf dem Gelände des Hallenbads und dem Rasenfeld vor dem Hermann-Mayer-Sportplatz einen Neubau realisieren. Der Spatenstich soll bereits 2027 erfolgen, die Fertigstellung ist für 2030 vorgesehen. Um wirklich loslegen und die Planungen synchronisieren zu können, müssen die Verantwortlichen um DLA-Verwaltungsleiter Steffen Schmidt aber wissen, was drumherum auf der Schillerhöhe passieren wird. Für die Gartenschau werden in dem Bereich auch baulich die ersten Fakten geschaffen, kündigte Sarah Baitinger von Planstatt Senner an. „Wir wollen auf jeden Fall nicht, dass zuerst das DLA baut und dann haben wir in der Umgebung eine Brachfläche“, erklärte sie. Der anvisierte Literaturpark auf der Schillerhöhe solle deshalb vor allen anderen Anlagen des Grünevents entstehen, vermutlich schon bis zum Jahr 2030.

Grüne Oase mit Bewegungsmöglichkeiten

Besagter Park ist gewissermaßen das Herzstück des Geländes. Die neue grüne Lunge der Stadt soll sich vom Schiller-Nationalmuseum bis zum Schulzentrum und weiter Richtung Lauerbäumle erstrecken. Der Hermann-Mayer-Sportplatz wird zum Beispiel zu einer Erholungsoase umgestaltet, in der Bewegungsangebote unterbreitet werden sollen. Vor allem aber sieht der Rahmenplan an dieser Stelle und auch sonst auf der Schillerhöhe eine Menge Bäume vor. Das liege den Bürgern sehr am Herzen, betonte Annette Fiss. Das gelte ebenso für Radabstellplätze, von denen mehrere über das Gelände verteilt angelegt werden sollen.

Angedacht ist darüber hinaus, von der Schillerhöhe Serpentinen hinunter gen Neckar zu modellieren. Dieses Projekt mit dem Arbeitstitel „Poetenweg“ hat das Zeug zu einem echten Besuchermagnet. Wer zwischendurch Luft holen oder die Aussicht genießen möchte, soll sich auf hochwertigen Möbeln erholen können. Denkbar sei sogar, für die kleineren Spaziergänger Rutschen einzubauen, sagte Johann Senner. Und die Sportlichen werden, so aus den Überlegungen Realität wird, via Treppe den Höhenunterschied von fast 35 Metern im Schnelldurchlauf überwinden können. Die nach Möglichkeit barrierefreie Hauptachse mit Steigungsprozenten von maximal fünf Prozent soll sich vom Mitmachgarten an nach unten schlängeln. Ergänzend könne über eine Seilbahn nachgedacht werden, sagte Senner. „Die Topografie spricht eigentlich dafür“, erklärte der Planer.

Ambitioniert klingt auch, was man sich an dem Nadelöhr vorstellen kann, an dem Poppenweilerstraße, Weimarstraße und der Verkehr aus dem Schulzentrum aufeinandertreffen. Senner hat die Vision von einer einer Art Shared Space, den Fußgänger, Radler und Autos gleichberechtigt nutzen können und der sogar Aufenthaltsqualität hat.

Wie es jetzt mit den Planungen weitergeht

Beschluss
 Der endgültige Rahmenplan für die Schillerhöhe soll am 25. Januar 2024 in der Stadthalle vorgestellt und dann vom Gemeinderat abgesegnet werden. Anschließend wird ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben.

Fokus
 Um die Rahmenplanung für die übrigen Flächen wird man sich von 2024 an kümmern. Dann rückt auch das Gelände auf Benninger Gemarkung stärker in den Fokus, mit dem Marbach die Gartenschau 2033 auf die Beine stellen wird.

Bühnen Das Ausstellungskonzept soll erst gegen 2030 vertieft behandelt werden. Allerdings wirft es schon jetzt seine Schatten voraus, weil den Bürgern wichtig ist, Freiluftbühnen für Events auf der Schillerhöhe mitzudenken.

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