Gartenzeit Tipps für das eigene Kräuterbeet

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Ab ins Kräuterbeet: Auch Anfänger können im Garten oder auf dem Balkon Schnittlauch, Basilikum und Co. anpflanzen. Michael Eppinger, leidenschaftlicher Hobby-Gärtner und Initiator der Aktion „Offene Gärten in Esslingen und im Mittleren Neckarraum“, verrät seine Tipps.

Kreis Esslingen - Ein kleines Kräuterbeet anlegen – im eigenen Garten, auf dem Balkon oder in einem Hochbeet – das kriegen auch Garten-Anfänger hin. Belohnt werden sie mit frischen Kräutern aus biologischem Anbau, denen sie beim Wachsen und Gedeihen zuschauen können und die sie täglich frisch direkt aus dem Beet ernten können. Und weil die meisten Sorten nach der Ernte oder dem Rückschnitt neue Jungtriebe bilden, bietet ein solches Kräuterbeet die ganze Saison über wohlschmeckendes Grün.

 

Frischen Boden mit Kompost anreichern

Der Standort für ein Kräuterbeet will gut ausgewählt sein: „Kräuter lieben Sonne, wählen Sie also unbedingt ein sonniges Plätzchen“, rät Michael Eppinger, leidenschaftlicher Hobby-Gärtner, belesener Gartenfreund und umtriebiger Initiator der Aktion „Offene Gärten in Esslingen und im Mittleren Neckarraum“. Der Boden fürs Kräuterbeet sollte durchlässig sein. „Wer einen feuchten, klebrigen Lehmboden hat, sollte unbedingt vor dem Pflanzen Sand einarbeiten“, rät Eppinger. Wer frischen Boden verwendet, den er eventuell noch mit Kompost anreichert, muss im ersten Jahr sein Kräuterbeet nicht düngen. „Kräuter sind relativ genügsam. Je weniger Nährstoffe sie zum Futtern bekommen, desto intensiver schmecken sie meistens“, hat Eppinger beobachtet.

Schnittlauch, Petersilie und Dill für Anfänger

Zwischen die Kräuter-Pflanzen streut er eine Schicht Kompost oder Mulch aus Grasschnitt oder gehäckselten Stauden: „Diese Bodenabdeckung hilft gegen Verdunstung, verhindert, dass sich andere Pflanzen im Beet breitmachen, und sie ernährt gleichzeitig das Bodenleben. Und je besser das Bodenleben, desto besser ist auch der Nährstoffgehalt der Pflanze.“ Viele Würzkräuter seien anspruchslos und pflegeleicht und deshalb auch für weniger geübte Garten-Freunde geeignet. „Schnittlauch ist unproblematisch, der wächst einfach vor sich hin. Auch Petersilie ist in diesen Breiten leicht zu ziehen. Und Dill ist für die Küche etwas ganz Feines“, empfiehlt Michael Eppinger drei Klassiker fürs Anfänger-Beet. „Basilikum wächst schnell und ausdauernd, vor allem, wenn die Temperaturen wärmer werden“, hat er beobachtet. Im Balkonkasten, Pflanzkübel oder Hochbeet ist das vielseitige Kraut eher vor den gefräßigen Schnecken geschützt als im Freiland. Auch Bohnenkraut gedeihe hierzulande gut und ist für Gemüse- oder Fleischgerichte, in Kräuterquark oder Suppen sehr abwechslungsreich in der Küche einzusetzen. Freunden asiatischer Rezepte rät Michael Eppinger, Koriander mit seinen aromatischen Blättern zu pflanzen: „Der wächst hier sehr gut, sogar bei kühleren Temperaturen. Aber Koriander mag nicht jeder, manche stört der etwas seifige Geschmack.“

Wurzelsperre bei Minze

Auch Minze passt gut ins Beet: „Allerdings sollte man eine Wurzelsperre einlegen, sonst wuchert die Minze und nimmt den anderen Kräutern den Platz weg. Vor allem Krause Minze und Nana-Minze haben einen sehr frischen Geschmack“, erklärt Eppinger. Wer es etwas exotischer mag, dem rät er zu Rauke, neudeutsch Rucola, die mit Kresse und Meerrettich verwandt ist, was am leicht-scharfen Geschmack zu erkennen ist. „Gezüchtete Löwenzahnsorten sind ein tolles Frühjahrsgemüse und funktionieren auch im kleinen Kräutergarten.“ Ebenso wie die botanisch mit dem Knoblauch verwandten Lauch- oder Frühlingszwiebeln, die milder als normale Zwiebeln schmecken und deren weiße und grüne Teile als Rohkost, aber auch gekocht lecker schmecken. Und auch Knoblauch kann Michael Eppinger empfehlen: Das geruchsintensive Zwiebelgewächs ist nicht nur schmackhaft-würzig, sondern soll auch Wühlmäuse und andere Schädlinge vertreiben.

Frühmorgens oder abends gießen

Wer nur ein kleines Beet für seine Kräuter zur Verfügung hat, verzichtet jedoch besser auf den bis zu zwei Meter hoch wachsenden Fenchel und auf den im Volksmund „Maggikraut“ genannten Liebstöckel: „Die brauchen sehr viel Platz“, erklärt Michael Eppinger. Und wer auf mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin oder Salbei setzt, sollte unbedingt für einen trockeneren, mineralischen Boden sorgen: „Darin überstehen die Pflanzen auch den Winter besser.“

Sehr viel Pflege brauche ein solches Kräuterbeet nicht: „Wenn es nicht gerade hochsommerliche 30 Grad draußen hat, reicht es, ein- bis zweimal die Woche zu gießen, nie in der prallen Mittagssonne, sondern frühmorgens oder abends“, erläutert der Gartenexperte. „Verblühtes sollte man regelmäßig entfernen. Und Kräuter wie Koriander oder Schnittlauch sollte man nicht mehr verwenden, wenn sie blühen. Also: Rechtzeitig vorher nachsäen, damit man immer frischen Nachschub hat“, lautet der Tipp von Michael Eppinger.

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