Gastronomie in Esslingen Koch und Sommelière greifen nach den Sternen
Anton Lebersorger und Theresa Schmidt haben in Esslingen eine Cateringfirma gegründet. Dabei soll es nicht bleiben.
Anton Lebersorger und Theresa Schmidt haben in Esslingen eine Cateringfirma gegründet. Dabei soll es nicht bleiben.
Liebe geht durch den Magen. Das sagt man so schön, bei Theresa Schmidt und Anton Lebersorger trifft das aber tatsächlich zu. „Wir haben beide die Liebe zum Essen“, sagt sie. Die 33-Jährige hat internationale Weinwirtschaft studiert und ist Sommelière, ihr 26-jähriger Freund ist Koch. Seit einem Jahr sind die beiden ein Paar, mittlerweile leben sie auch zusammen in Esslingen. Und seit Neuestem sind die zwei Gourmets auch Businesspartner. Sie haben Lebersorger-Catering gegründet.
Im März geht es offiziell los, „aber seit dem 1. Januar hat es sich bei uns komplett hochkatapultiert“, sagt Theresa Schmidt. Erste Buchungen hat das Start-up schon hinter sich, ebenso ein Engagement auf der Messe Intergastra. 300 Visitenkarten ist Anton Lebersorger dort losgeworden, „das ist relativ gut angekommen“. Vorweisen kann er auch einiges. Sein Steckbrief ist lang, Stationen in den Sternelokalen auf Schloss Filseck oder Goldberg in Fellbach lassen aufhorchen. Auch etliche Auszeichnungen konnte er einheimsen, etwa Platz eins beim Falstaff-Young-Talent-Cup. Im Oktober 2023 wurde er bei den San-Pellegrino-World-Championships in Mailand Zentraleuropameister und darf sich seither zu den besten 15 Jungköchen der Welt zählen. „Dadurch haben wir ein superschönes Netzwerk aufbauen können“, sagt Theresa Schmidt.
Die Zielgruppe von Lebersorger-Catering liegt entsprechend im eher gehobeneren Bereich. Bedienen können die jungen Gründer nach eigenen Angaben bis zu 150 Personen, „auf Aushilfen kann ich gut zurückgreifen“, sagt Anton Lebersorger. Kulinarisch einschränken will er sich nicht. „Ich bin breit aufgestellt, ich habe gut bürgerlich gelernt“, vegane Gerichte oder eine Fusion aus klassischer französischer und asiatischer Küche nennt er ebenso als Steckenpferde. „Bis hin zur Zwei-Sterne-Küche, so will ich mein Portfolio aufstellen“, Hauptsache regional und saisonal. Sorgen, sich nicht in der umkämpften Branche behaupten zu können, haben die beiden Neulinge nicht. Theresa Schmidt betont: „Wenn es schmeckt, das ist die beste Visitenkarte.“
Die Caterer wollen ihren Start direkt professionell angehen. Als Homebase haben sie eine Küche im Lokal Kielmeyers 1582 am Marktplatz in Esslingen angemietet, außerdem wurde in eine mobile Küche und in eine Livecooking-Ausstattung investiert. „Da wird nichts warmgehalten“, betont der Küchenchef. Die Rollen sind aufgeteilt: Er ist fürs Kochen zuständig, sie für die Getränke, aber auch fürs Marketing, die Präsentation und den Service. „Ich bin multiflexibel einsetzbar“, sagt sie lachend, im Zweifelsfall helfe sie auch am Herd.
Pop-up-Konzepte, Kooperationen und Kochkurse schweben dem Duo ebenso vor wie After-Work-Veranstaltungen. Die Gastronomen denken groß. Das Cateringunternehmen soll nur ein erster Schritt sein. „Ich will mich erst unternehmerisch einfinden in das Ganze“, sagt Anton Lebersorger, das Fernziel sei jedoch ein eigenes Restaurant. Er rechnet in Fünf-Jahres-Schritten, „bis dahin bin ich in einem guten Alter“. Was dann kommen soll, das steht für den preisgekrönten Jungkoch auch schon fest. „Dann will ich auf Sterne-Jagd gehen.“