ExklusivGastronomie in Stuttgart Schräglage kocht jetzt auch im Casino

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Vom Hip-Hop-Club zum Großcaterer: In der Spielbank folgt das Schräglage-Team von Heiko Grelle auf Zwei-Sterne-Koch Martin Öxle. Dort starten die Popkultur-Schaffenden mit einer großen Silvester-Party.

In der Spielbank mit ihren Jetons schwingt bald die Schräglage den Kochlöffel. Foto: BW-Spielbanken, Mauritius; Montage: Detsch
In der Spielbank mit ihren Jetons schwingt bald die Schräglage den Kochlöffel. Foto: BW-Spielbanken, Mauritius; Montage: Detsch

Stuttgart - Angefangen hatte alles mit einem Café für die Vertreter cooler Kleidermarken wie Volcom. Inzwischen wird die Stuttgarter Firma Tradeart, die neben Ladengeschäften für Streetwear auch den Hip-Hop-Club Schräglage betreibt, immer mehr zum Großcaterer, der ein beachtliches Portfolio an Eventlocations sein eigen nennt: Wie die Stuttgarter Zeitung exklusiv erfahren hat, übernimmt die Schräglage-Mannschaft nun auch die Gastronomie der Spielbank in Möhringen, nachdem das Team seit vergangenem Jahr bereits für das Catering bei den Stuttgarter Kickers verantwortlich zeichnet.

„Wir konnten uns in einer Ausschreibung durchsetzen und starten in der Spielbank mit einer großen Silvesterparty“, bestätigt Heiko Grelle, Geschäftsführer der Tradeart auf Nachfrage der StZ. In die Gastronomie waren die Schräglage-Betreiber einst hineingerutscht, als sie ein privates Café für ihre Textil-Vertreter in Stuttgarter gestartet hatten. Aus dem privaten Café wurde bald Stuttgarts erfolgreichster Hip-Hop-Club. Zum Club kam schließlich das Restaurant Meals and more am Wilhelmsplatz hinzu. Vor einem Jahr etablierte sich die Gastronomie endgültig als zweites Standbein der Firmengruppe neben den Textilien, als das Unternehmen kurz hintereinander die Vereinsgaststätte von Eintracht Stuttgart auf der Waldau sowie die Verpflegung von VIPs und Fans bei den Stuttgarter Kickers übernahm.

„Mit der gastronomischen Bespielung der Spielbank entfernen wir uns immer weiter von unseren Wurzeln, von denen aus wir einst gestartet sind“, erklärt Grelle den Weg von der Popkultur hinein in ganz andere Geschäftsfelder. „Aus Business-Sicht ist das aber eine tolle Herausforderung“, so Grelle. In der Spielbank folgt die Schräglage auf Sternekoch Martin Öxle, der einst in der Speisemeisterei in Hohenheim zwei Michelin-Sterne innehatte. Die Bewirtung einer Spielbank ist keine einfache Aufgabe, da der Hauptanteil der Gäste eben nicht zum Essen, sondern zum Spielen kommt. „Wir wollen die Karte leicht verändern und eine Art Baukastensystem einführen, bei dem man mehrere kleine Gerichte miteinander kombinieren, sich aber auch nur auf Häppchen aus der Hand konzentrieren kann“, so Grelle.

Schräglage folgt auf Zwei-Sterne-Koch

Sorgen, dass die Schräglage-Gruppe angesichts des künftigen Portfolios an Event-Locations, das vom schmutzigen Club über das Fußballstadion bis zur Spielbank reicht, sich allzuweit von ihren Wurzeln entfernt, muss man laut Grelle keine haben: In der Spielbank gibt es ebenfalls einen Club. Zumindest in diesem Punkt schließt sich also der Clubbetreiber-Kreis. Und auch im Fall der hypercoolen Streetwear, die von der Firmengruppe betrieben wird, sind keine Tendenzen hin zu einem Abschied zu erkennen, im Gegenteil.

Zwischennutzung als Antwort auf den Wandel im Handel

Erst vor kurzem hat die Firma am Rande des Oppenheimer-Platzes eine neue Filiale ihres Fresh-Juice-Geschäftes eröffnet. „Der Wandel im Handel ist so dramatisch, dass man trotz jahrelanger Erfahrung nicht sagen kann, in welche Richtung die Reise gehen wird“, sagt Grelle. Das Angebot in Stuttgart habe sich vervielfacht. „Gerade in einem Segment, das junge Kunden anspricht, um die auch wir buhlen – siehe Primark, TK Maxx oder wie sie alle heißen. Dieses riesige Angebot geht aber meiner Meinung nach nicht einher mit einer Vervielfachung des Publikums“, so Grelle. Daher läuft der Mietvertrag von Fresh Juice auch nur für einen kurzen Zeitraum. „So können wir flexibler auf die rasante Entwicklung im Handel reagieren.“ Vielleicht ist das ja die Zukunft der Zwischennutzung: Kulturelle Interimsspielstätten gibt es kaum noch. Stattdessen tendieren Teile des Handels zu kürzeren Spielzeiten – siehe Fluxus am Rotebühlplatz.




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