Deutschland spart weiterhin Gas, aber viel weniger als noch im November. Und schon damals war das Land im europäischen Vergleich nur Durchschnitt.

Digital Desk: Jan Georg Plavec (jgp)

Der außergewöhnlich kalte Dezember sowie wenig Sonnenschein und Wind haben den Gasverbrauch in Deutschland weiter befeuert. In der vergangenen Woche stieg er laut Bundesnetzagentur auf 26,8 Terawattstunden. Er lag 5 Prozent unter dem mittleren Verbrauch der vier Jahre davor. „Das Sparziel wurde damit deutlich verfehlt“, schreibt die Bundesnetzagentur auf ihrer Website. Vier Wochen zuvor hatte die Einsparung noch 33 Prozent betragen.

 

Das hat auch mit der Witterung zu tun; es war vergangene Woche 2,7 Grad kälter als in den Vorjahren. Die von der Bundesnetzagentur berechnete, temperaturbereinigte Einsparung liegt mit knapp 13 Prozent für die letzten zwei Wochen etwas höher. Wegen einiger windschwacher Tage mit wenig per Windkraft erzeugtem Strom sind zuletzt verstärkt Gaskraftwerke eingesprungen. Zudem ist es in der laufenden Woche verglichen mit den letzten Jahren nochmals kälter geworden. „Es ist daher mit einem deutlichen Mehrverbrauch zu rechnen“, so die Behörde.

Sowohl bei der Witterung als auch beim temperaturbereinigten Verbrauch sieht die Bundesnetzagentur derzeit eine „kritische Lage“. Die Temperatur haben die deutschen Verbraucher nicht im Griff, den Verbrauch zumindest in Teilen schon. Als stabil bezeichnet die Bundesnetzagentur die Speicherfüllstände, den Bedarf in den Nachbarländern sowie die Importe.

Beim Sparen im Mittelfeld

Beim Sparen ist Deutschland laut einer Auswertung des Think Tanks Bruegel bislang europäischer Durchschnitt. Im November wurden der Auswertung zufolge verglichen mit dem Vorjahr 23 Prozent weniger Gas verbraucht. Estland schaffte eine Einsparung von 47 Prozent, Lettland und Portugal blieben unter 10 Prozent Einsparung.

Dem Bedarf von durchschnittlich 3800 Gigawattstunden Gas pro Tag stand vergangenen Woche ein Import von 2800 Gigawattstunden gegenüber; hinzu kommt im kleineren Umfang die heimische Produktion. Entsprechend haben sich die Gasspeicher vergangene Woche geleert: von 96 Prozent Füllstand auf 93,5 Prozent am Sonntag. Derzeit beträgt der Füllstand 91,3 Prozent.

„Die Gasversorgung in Deutschland ist im Moment stabil“, schreibt die Bundesnetzagentur, „die Versorgungssicherheit ist derzeit gewährleistet“.