Gedenkstätte Pläne für das Hotel Silber liegen vor

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Der große Einfluss der Bürger sowie die hohen Kosten sorgen in der Politik teilweise noch immer für Skepsis. Die Initiative Hotel Silber befürchtet, dass sich eine Hängepartie mit ungewissem Ausgang entwickelt.

Historiker und Bürger sind sich beim Hotel Silber  einig – aber die Politik schweigt noch. Foto: Achim Zweygarth 13 Bilder
Historiker und Bürger sind sich beim Hotel Silber einig – aber die Politik schweigt noch. Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Der Wunsch des Finanzministers Nils Schmid (SPD) wird wohl nicht in Erfüllung gehen: Er hatte OB Fritz Kuhn (Grüne) gebeten, bis zum 7. Mai zu entscheiden, ob sich die Stadt Stuttgart zur Hälfte an den Kosten der geplanten Gedenkstätte im Hotel Silber beteiligt. Doch wenn sich am Dienstag alle Beteiligten erneut zum Runden Tisch treffen, erwartet derzeit niemand mehr den Durchbruch.

Kuhn hadert trotz grundsätzlicher Sympathie für die Gedenkstätte zum Beispiel noch mit der Miete von 200 000 Euro jährlich, die die Stadt mittragen soll, obwohl es sich doch um ein Gebäude im Besitz der Landesstiftung handele. Das Finanzministerium betont aber, dass die Stiftung ihre Gemeinnützigkeit gefährden würde, wenn sie keine ortsüblichen Mieten verlange: „Die Miethöhe steht nicht zur Diskussion“, heißt es aus dem Ministerium. Und: bevor die Stadt keine verbindliche Zusage mache, könne man auch nicht über Inhalte der Gedenkstätte und deren Betrieb entscheiden.

Der große Einfluss der Bürger sorgt in der Politik für Skepsis

Die Initiative Hotel Silber befürchtet nun, dass sich eine Hängepartie mit ungewissem Ausgang entwickelt. Diese Sorge gilt auch für das grundlegende inhaltliche Konzept, über das sich das Haus der Geschichte und die Bürgerinitiative verständigt haben. Es sieht vor, dass der Gegenwartsbezug in der Gedenkstätte größte Bedeutung haben soll; stets sollen Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschlagen werden. Wichtig sei auch, nicht nur Schüler als Zielgruppe anzusehen – so könnten zum Beispiel Polizisten oder Juristen dort Seminare besuchen. Die Initiative soll stark in die Leitung und die Programmplanung einbezogen werden.

Der große Einfluss der Bürger sowie die hohen Kosten – man geht von einer Million Euro pro Jahr aus – sorgen aber in der Politik teilweise noch immer für Skepsis. Zumindest Andreas Scharf, der Sprecher des Oberbürgermeisters, sagt: „Wir wollen bestimmt nicht bremsen, aber wir müssen noch einige Details besprechen.“

Schon vor der Öffnung der Gedenkstätte soll das Hotel Silber übrigens ein öffentlicher Ort werden – das haben die Ministerien, die dort noch immer untergebracht sind, nun möglich gemacht. Für den Herbst sind sechs öffentliche Veranstaltungen in der Dorotheenstraße geplant.

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