Der Haushaltsplan der Gemeinde Lichtenwald für das laufende Jahr ist beschlossen. Die finanziellen Spielräume sind wie vielerorts begrenzt, entsprechend haben sich die Ratsfraktionen mit kostenintensiven Anträgen zurückgehalten. Dennoch will man in der Schurwaldgemeinde auch in diesem Jahr besondere Projekte umsetzen. Dazu gehört etwa der geplante weitere Ausbau der sogenannten Jugend-Outdoor-Arena.
Auf Antrag der Fraktionen der LBL und der FUW stimmte der Gemeinderat mit großer Mehrheit dafür, für das Projekt nahe der Grundschule 30 000 Euro in den Haushalt einzustellen. Mit den Mitteln sollen unter anderem Outdoor-Fitnessgeräte beschafft werden. Am Sportplatz wird zudem wie geplant eine Boulebahn angelegt. Zuschüsse dafür sind laut Bürgermeister Ferdinand Rentschler beantragt.
Derweil haben sich die finanziellen Perspektiven für das laufende Haushaltsjahr verbessert. Hatte der Etat zur Einbringung des Entwurfs im vergangenen Dezember noch ein Ergebnis von etwa sieben Millionen Euro und Aufwendungen von 7,26 Millionen Euro ausgewiesen, so präsentierte der Gemeindekämmerer Steffen Mayer jetzt in der jüngsten Sitzung des Gremiums noch einige positive Aktualisierungen der Zahlen.
Demnach verringert sich das zunächst angenommene Minus im Gesamthaushalt von ungefähr einer Viertelmillion Euro auf überschaubare 18 000 Euro. Dies ist hauptsächlich der gegenüber der ursprünglichen Berechnung deutlich abgesenkten Kreisumlage geschuldet. Zudem wird nach den aktualisierten Zahlen die Liquidität zum Jahresende nicht wie ursprünglich angenommen 300 000 Euro, sondern mehr als 700 000 Euro betragen. Der Gemeinderat von Lichtenwald hat den Etat und den Wirtschaftsplan des Eigenbetriebs Wasserversorgung einstimmig verabschiedet.
Vereinheitlichung der Zuwendungen an Vereine
Neben dem Ausbau der Jugend-Outdoor-Area beantragten die Fraktionen der LBL und der FUW, ein zweckgebundenes Budget von 5000 Euro für das im Juni geplante Dorffest bereitzustellen, das dem Verein Bürgernetz Lichtenwald als Organisator nach Vorlage der Belege ausbezahlt werden solle. Nach einem Hinweis des Kämmerers, dass dies als Bürgschaftsübernahme verstanden und so eventuell mit rechtlichen Schwierigkeiten verbunden sein könnte, beschloss das Gremium, stattdessen dem Verein die Übernahme der Verluste zu „signalisieren“, damit das Dorffest auf jeden Fall stattfinden kann. Der Gemeinderat muss nach Vorlage entsprechender Zahlen und Belege noch gesondert darüber beschließen. Eine zusätzlich beantragte Anschubfinanzierung für den Verein lehnte das Gremium ab. Zudem sollen weitere Vereine unterstützt werden. Die Naturfreunde-Ortsgruppe erhält für die Begutachtung der Sicherheit ihrer Waldstation einen einmaligen Zuschuss von maximal 1000 Euro nach Vorlage von Belegen.
Bei der Frage nach weiteren Einzelzuschüssen für die Vereine einigte sich das Gremium auf eine Veränderung der bisherigen Praxis hin zu einer Vereinheitlichung der Zuwendungen. So erhält künftig jeder der zwölf Lichtenwalder Vereine einen jährlichen Zuschuss von 300 Euro pro angefangene 100 Mitglieder ab 18 Jahren. Der bisherige Jugendzuschuss bleibt erhalten. Der Ehrenamtsabend zur Würdigung des Engagements für die Dorfgemeinschaft wird beibehalten. Allerdings wird er auf die Bitte der Verwaltung hin wegen großer Personalnot in diesem Jahr ausgesetzt.
Viele Vorhaben, wenig Schulden
Ausgaben
Neben Personalkosten in Höhe von 2,44 Millionen Euro und etwa drei Millionen Euro Transferleistungen sind Investitionen von insgesamt 2,3 Millionen Euro geplant. Kostspielig sind dabei die Ortskernsanierung Thomashardt mit 420 000 Euro und Feuerwehrfahrzeuge mit 570 000 Euro, für die Erweiterung des Sportgeländes werden 200 000 Euro fällig, der Zuschuss für das Gymnasium Plochingen wird 375 000 Euro kosten.
Schulden
Dank Zuschüssen von insgesamt 750 000 Euro und einer Rücklage von 1,6 Millionen Euro müssen keine Kredite aufgenommen werden. Der Schuldenstand wird auf 272 000 Euro reduziert, die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt auf 102 Euro.