Giga-Liner auf deutschen Straßen Nicht verteufeln

Von Frank Schwaibold 

Lastwagen müssen weiterhin den Großteil der Güter transportieren. Die XXL-Trucks – auch Giga-Liner genannt – sollten deshalb nicht gegen die Bahn ausgespielt werden, kommentiert Frank Schwaibold.

Die bis zu 25 Meter langen Gigaliner sind umstritten. Foto: dpa
Die bis zu 25 Meter langen Gigaliner sind umstritten. Foto: dpa

Stuttgart - Keine Frage: Wenn die Bahn pünktlich ist, hat sie Vorteile. Sie ist die sicherste Art zu reisen – und sie ist umweltfreundlicher als ein Auto oder ein Lkw. Aber die Lkw deswegen zu verteufeln, ist wenig sinnvoll, auch wenn deren Anteil an den Transportleistungen im Güterverkehr bei mehr als 70 Prozent liegt. In großem Stil können die vielen Tonnen aber gar nicht auf die Bahn verlagert werden. Der dafür notwendige Ausbau des Schienennetzes wird noch Jahrzehnte dauern. Schon deshalb sollte das Thema Riesenlaster nüchtern diskutiert werden.

Überholen dauert länger

Zwei Fahrten mit Gigalinern ersetzen drei Fahrten mit normalen 40-Tonnern. Das ist umweltfreundlicher. Zudem dürfen die XXL-Trucks, auch wenn sie mehr Ladevolumen haben, nicht mehr als 40 Tonnen wiegen. Sie kommen auch nur auf ausgewählten Autobahnabschnitten zum Einsatz. Ein höheres Sicherheitsrisiko ist damit unwahrscheinlich. Einzig das Überholen (ohne Gegenverkehr!) dauert ein paar Sekunden länger. Wer also mehr Verkehrssicherheit will, sollte alle Verkehrsträger in seine Überlegungen einbeziehen – und sie nicht gegeneinander ausspielen.