Greenpeace-Aktion in Berlin Umweltschützer entfernen das „C“ an der CDU-Zentrale

Von red/AFP 

Das „C“ ist weg: Am Donnerstagmorgen haben Greenpeace-Aktivisten eine aufsehenerregende Aktion in Berlin gestartet. Sie machten sich an dem CDU-Schriftzug in der Berliner Parteizentrale zu schaffen.

Weg ist das „C“. Foto: dpa/Paul Zinken
Weg ist das „C“. Foto: dpa/Paul Zinken

Berlin - Greenpeace-Aktivisten haben am Donnerstag an der CDU-Parteizentrale in Berlin von dem Schriftzug „CDU“ das „C“ abmontiert. Unter Einbeziehung des verbliebenen „DU“ wurde dann der Schriftzug „Du sollst das Klima schützen“ gebildet. Bilder von der Aktion waren im Anschluss im Internetdienst Twitter zu sehen.

Mit dem Entzug des „C“ wolle Greenpeace gegen „die desaströse Umwelt- und Klimapolitik der CDU“ protestieren, teilte die Organisation dazu mit. „Während die Partei regelmäßig beteuert, die Schöpfung bewahren zu wollen, bleibt sie die dazu nötigen Maßnahmen mit dem kürzlich vorgelegten Klimapaket erneut schuldig“, hieß es in einer Erklärung. Das maßgeblich von Unions-Ministern zu verantwortende Paket enthalte zwar Ziele, aber kaum Maßnahmen für besseren Klimaschutz.

„Die CDU kann nicht ewig vom Bewahren der Schöpfung sprechen, ohne auch etwas dafür zu tun“, sagte dazu Greenpeace-Sprecherin Marion Tiemann. „Das schwache Klimapaket hat diesen politischen Etikettenschwindel endgültig auffliegen lassen.“

Greenpeace verwies auf eine aktuelle Studie des Instituts Kantar, wonach 74 Prozent der Deutschen die CDU nicht mehr als eine Partei sehen, „die die Schöpfung bewahrt“. Auch von den CDU-Anhängern vertreten demnach 62 Prozent diese Auffassung. Die Befragung war von Greenpeace in Auftrag gegeben worden, befragt wurden vom 7. bis 13. November 1012 Bürger.

Mit dem Klimapaket der Koalition wird das Ziel bekräftigt, die CO2-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent verglichen mit dem Stand von 1990 „auf jeden Fall verlässlich zu erreichen“. Zahlreiche Wissenschaftler äußerten jedoch Zweifel, ob dies mit den in dem Paket enthaltenen Maßnahmen möglich ist.

Greenpeace warf besonders Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vor, wirksame Schritte wie den Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor und den Beginn des Kohleausstiegs zu verhindern oder zu verschleppen. Zugleich werde die Energiewende ausgebremst. Die Greenpeace-Aktion erfolgte im Vorfeld des CDU-Bundesparteitages, der am Freitag in Leipzig beginnt.




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