Große Pläne für Stuttgarter Stadtgärtnerei Neue Häuser für 470 000 Pflanzen

Etwa 30 Prozent der Gewächshausflächen in der Stadtgärtnerei am Fasanenhof werden nicht mehr benötigt. Einige der Häuser sind aus heutiger Sicht zu klein. Foto: /. Schwarz

Der 1963 aufgebaute Betriebsstandort des Garten-, Friedhofs- und Forstamts auf dem Fasanenhof muss rundum saniert werden. Ein Ziel ist auch Energieeinsparung.

Fast 60 Jahre nach der Inbetriebnahme will die Landeshauptstadt ihre Stadtgärtnerei auf dem Fasanenhof grundlegend sanieren. Einige der Verwaltungsgebäude und etliche Gewächshäuser auf dem fast 78 000 Quadratmeter großen Grundstück, das an der A 8 liegt, werden abgerissen und neu gebaut werden. Am Ende soll durch den Wechsel auf eine nachhaltige Wärmeversorgung durch Wärmepumpen und Geothermie pro Jahr der Ausstoß von rund 130 Tonnen Kohlendioxid vermieden werden.

 

Zusammenlegung von Teams

„Dringendst sanierungsbedürftig“ sei die inzwischen 59 Jahre alte Infrastruktur am Logauweg, das hat ein Gutachten ergeben. Auf dem Fasanenhof werden pro Jahr rund 470 000 Pflanzen für das gesamte Stadtgebiet gezogen. In den 60er Jahren blühten und ergrünten hier sogar jährlich rund 800 000 Pflanzen. Die Reduzierung rührt daher, dass man sich von der Schnittblumenproduktion verabschiedet hat und Pflanzen zukauft. Der Standort ist kein reiner Produktionsbetrieb mehr, sondern auch „Umschlagsgärtnerei“ – weshalb nun manche Wege, die 1963 für Fahrzeuge mit maximal 7,5 Tonnen Gesamtgewicht ausgelegt worden waren, für Gespanne mit einem Gewicht von 40 Tonnen präpariert werden sollen und mancher Kurvenradius geweitet werden soll.

Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt der Stadt will am Logauweg künftig fünf Betriebsstellen unterbringen. Neben der Pflanzenproduktion und Binderei sind das der gärtnerische Pflegebetrieb Filder, die Ausbildungsstelle für Gärtner mit der Fachrichtung Zierpflanzenbau sowie der für Garten- und Landschaftsbau, die bisher am Standort Maybachstraße beheimatet ist. Dazu kommt das zentrale Bauteam Filder und die Ausbildungsstelle Forst. Durch den Umzug des Bauteams, bisher in Bad Cannstatt beheimatet, sollen dessen Fahrzeiten deutlich reduziert werden.

Kleinere Gewächshäuser fallen weg

Das Sanierungskonzept sieht vor, dass das Verwaltungsgebäude auf den aktuellen Stand der Technik gebracht wird, beim Sozialgebäude geht das im Bestand nicht mehr, es muss abgerissen und neu gebaut werden, samt Dachbegrünung und Photovoltaik. Künftig sollen die dann elektrisch betriebenen Dienstfahrzeuge an 13 Ladestationen versorgt werden können, dazu kommt ein Pufferspeicher. Auch in den beiden Lager- und Werkstatthäusern sollen Elektrik und Lüftung den heutigen Anforderungen genügen. Sieben kleinere Gewächshäuser, in denen aus heutiger Sicht nicht wirtschaftlich produziert werden kann, sollen ersatzlos abgerissen werden, acht weitere werden durch Neubauten ersetzt, fünf saniert. Für die weitere Planung der Sanierung hat der Gemeinderat einstimmig 1,63 Millionen Euro freigegeben, dazu kommt der beschlossene Kauf eines neuen Notstromaggregats.

Das bestehende entwickelt sich mit seinen 59 Jahren zum Museumsstück. Im Winter stehen in den Gewächshausern Pflanzen im Wert von über 100 000 Euro, die gegen Frost geschützt werden müssen.

Ein Frostschaden wäre erheblich

Gebaut werden soll am Logauweg von Mitte 2026 an, im Idealfall hätten die Beschäftigten der Stadtgärtnerei Um- und Neubau Mitte 2028 überstanden. Zwischenzeitlich werden sie in Container ausweichen müssen. Die Kosten liegen aus heutiger Sicht bei 22,67 Millionen Euro, in den Betrag sind 4,47 Millionen Euro für Baupreissteigerungen eingerechnet worden.

Mit der Entwicklung des Standorts zum neuen Ausbildungszentrum des Garten-, Friedhofs- und Forstamts könne sich die Stadt als attraktiver Arbeitgeber präsentieren und dringend benötigte Nachwuchskräfte gewinnen.

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