Heckler & Koch Waffenhersteller lädt zum Aktionärstreff mit Kriegsgegnern

Von red/dpa/lsw 

Heckler & Koch muss sich an diesem Freitag kritischen Fragen von Friedensaktivisten stellen. Bei der nichtöffentlichen Hauptversammlung in Rottweil stehen den Pazifisten die Türen offen, da sie Aktien der Waffenschmiede halten.

Heckler & Koch kommt nicht aus den Schlagzeilen. Foto: dpa
Heckler & Koch kommt nicht aus den Schlagzeilen. Foto: dpa

Rottweil - Die Pazifisten werfen dem Oberndorfer Waffenhersteller eine falsche Unternehmenspolitik vor und fordern einen weitgehenden Exportstopp. Die Kriegsgegner machen die schwäbische Waffenschmiede seit langem für Menschenrechtsverletzungen mitverantwortlich, zum Beispiel wegen Lieferungen von Sturmgewehren in mexikanische Unruheprovinzen. Hierzu läuft derzeit ein Strafverfahren vor dem Stuttgarter Landgericht gegen Ex-Mitarbeiter und die Firma.

Großaktionäre durch Anwälte vertreten

Der Auftritt der Pazifisten ist eher symbolischer Natur - sie halten nur einen Mini-Anteil, ihr Antrag auf Nichtentlastung der Firmenchefs ist daher zum Scheitern verurteilt. Nur 0,03 Prozent der Stammaktien sind im Streubesitz, der Rest entfällt auf einen Mehrheitseigner und weitere Großaktionäre. Diese wiederum dürften nicht persönlich zugegen sein, sondern sich durch Anwälte vertreten lassen.

Erster Auftritt für den neuen Chef

Für den 46-jährigen Rüstungsmanager Jens Bodo Koch ist es sein erster Auftritt auf der Hauptversammlung, er ist seit Mai Firmenchef. Die Firma ist eigentlich schon seit Ende des Kalten Krieges in einer wirtschaftlich schwierigen Situation, sie hat zahlreiche Verlustjahre hinter sich. Auch derzeit steckt sie in den roten Zahlen fest. Der neue Chef will sie nun mit verbesserten Produktionsabläufen und einer Kostenbremse auf Kurs bringen.