Nicht alle im Gemeinderat stimmten in er jüngsten Sitzung den Plänen zur Umgestaltung des Uferbereichs am See im Salamander-Stadtpark zu. „Ich möchte aber betonen, dass es dabei nicht um Lurchi geht“, sagte Edda Bühler (Grüne/Linke) und konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. In der Tat findet die Idee, den Feuersalamander in der Stadt präsenter werden zu lassen kaum Gegner. Oberbürgermeister Nico Lauxmann, der im Wahlkampf für mehr Lurchi in der Stadt geworben hatte, war schon bei der Vorstellung zu Uferumgestaltung im Technikausschuss besonders für die Einbindung der prominenten Figur gelobt worden. Es zeige sich, so Lauxmann, dass er keineswegs der einzige Fan sei: „Ganz Kornwestheim findet die Figur toll.“
Der OB hatte auch gleich die Erklärung dafür parat. Hier gehe es um eine ausschließlich positiv besetzte Figur, die nicht nur für Kornwestheim stehe, sondern auch die Geschichte der Stadt veranschauliche. Deshalb soll der Feuersalamander helfen, den Stadtpark attraktiver zu machen. „Er soll sitzend am Ufer dargestellt werden“, gab Lauxmann einen konkreten Blick in die Planung. Lurchi solle erlebbar werden und die Bürger sollen die Gelegenheit haben, sich mit der Figur auf Fotos zu verewigen. Das heißt, Anfassen soll erlaubt sein.
Sorge vor Vandalismus
Robert Müller von der SPD äußerte allerdings Sorgen vor Vandalismus und schlug vor, Lurchi lieber in der Mitte des Sees auf ein Podest zu stellen, damit er schwer erreichbar sei. Das genau sei eben nicht das Ziel, so Lauxmann. „Wir sind mutig“, sagte der OB. Man könne eine Planung nicht von einer Minderheit abhängig machen, die vielleicht an Vandalismus denke. Noch ist die Stadtverwaltung in Gesprächen über Material und Graffiti-Schutz bei der Figur, aber man wolle sie unbedingt erlebbar machen. Einfach genial fand etwa Hans Bartholomä (CDU) die Idee mit Lurchi am Ufer, eine Wortmeldung exemplarisch für viele an diesem Abend im Gemeinderat.
Gleich mehrfach kam sogar der Vorschlag, nicht nur Lurchi mehr ins Stadtbild einzubinden, sondern auch andere Figuren aus dem Comic. So könne man etwa eine Unkerich-Figur (immer mit einer Mütze, die einem Polizeihut ähnelt) vor der Polizei platzieren. Es sprudelte nur so aus manchen Stadträten heraus. Man könne die Figuren so platzieren, dass sie gar zu einem Stadtspaziergang einlüden. Alles Zukunftsmusik, aber Lauxmann und sein Erster Bürgermeister Daniel Güthler notierten die Ideen fleißig und gaben schließlich an, bald ein entsprechendes Konzept vorzulegen.
Umgestaltung kostet 400 000 Euro
So einheitlich wie bei Lurchi und Co. war die Meinung zum Rest der Uferumgestaltungspläne dann aber nicht. Wie schon bei der Vorberatung im Ausschuss gab es Gegenstimmen – drei an der Zahl sowie eine Enthaltung. Mehrheitlich sprach sich das Gremium aber dafür aus, dass der Uferbereich für knapp 400 000 Euro erneuert wird. Dabei stehen die Kosten für Lurchi noch nicht fest.
Unter anderem eine Liegefläche soll entstehen, sowie vier Sitzterrassen aus Beton und Holz. Eine Allee aus Felsenbirnen und neue barrierefreie Wege aus Natursteinpflaster sollen das Ufer aufwerten. Am Salamanderbrunnen werden die Fußwege neu geordnet, so dass eine Nische um den Brunnen entsteht. Bühler hatte schon bei den Vorberatungen unter anderem kritisiert, dass sie die Planung etwa beim Brunnen nicht überzeuge und auch die Befürchtung geäußert, dass Nilgänse die Anlage verschandeln könnten.
Läuft alles wie von der Verwaltung vorgesehen, könnte im Juni mit den Arbeiten begonnen werden. Im Oktober soll das Vorhaben abgeschlossen werden.