Sonderzahlungen bei Porsche und Co. Die Boni der großen Firmen im Überblick

Teure Autos, gute Geschäfte: Die Fahrzeughersteller in der Region erzielten im vergangenen Jahr hohe Renditen und beteiligen ihre Beschäftigten mit beträchtlichen Sonderzahlungen. Foto: /Mercedes-Benz AG

Nicht nur Porsche, sondern auch andere Firmen der Autobranche überweisen ihren Beschäftigten hohe Sonderzahlungen. Ein Überblick.

Automobilwirtschaft/Maschinenbau : Klaus Köster (kö)

Sonderzahlungen sind bei der Autoherstellern sehr verbreitet und sollen die Beschäftigten am Erfolg des Unternehmens beteiligen.

 

Mercedes-Benz

Dort steigt die Erfolgsprämie von 6000 auf 7300 Euro. Damit überhaupt eine so hohe Beteiligung möglich war, musste erst die bisherige Deckelung von 6465 Euro aufgehoben werden. Bereits im November hatte Betriebsratschef Ergun Lümali gefordert, den Rahmen für die Verhandlungen mit dem Vorstand zu erweitern. Für den aktuellen Bonus wurde der Prämiendeckel bereits gelüftet, für die künftigen Zahlungen wird das Bonussystem grundsätzlich geändert. Es richtet sich dann stärker an der Zielerreichung des Unternehmens und der Umsetzung der Strategie aus. Für den Gesamtbetriebsrat war wichtig, dass die Belegschaft „am gestiegenen Gewinn teilhaben kann, wenn die Rendite dauerhaft auf dem deutlich höheren Niveau gehalten wird“.

Teilzeitbeschäftigte bekommen den Beitrag anteilig ausgezahlt, für Leiharbeitskräfte gibt es eine sogenannte Anerkennungsprämie von zehn Prozent. Das Geld fließt an 93 000 Beschäftigte, die dem deutschen Tarifsystem unterliegen; insgesamt beschäftigt Mercedes weltweit rund 170 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Ausgezahlt wird die Prämie mit dem Aprilgehalt.

AMG

Der Supersportwagenhersteller AMG aus Affalterbach ist eine Tochter von Mercedes-Benz, die ihren Beschäftigten noch mehr auszahlt als die Muttergesellschaft. Die Prämie beträgt bis zu 8000 Euro pro Mitarbeiter. Das Unternehmen ist für Mercedes-Benz ein wichtiger Teil der Luxusstrategie, mit der Konzernchef Ola Källenius auf wohlhabende Kunden in aller Welt abzielt.

AMG gilt als extrem profitabel und hat allein im vierten Quartal die Zahl der Auslieferungen um 28 Prozent und damit doppelt so schnell gesteigert wie das gesamte neue Mercedes-Topsegment „Top-End luxury“. AMG entwickelt Fahrzeuge in Eigenregie und stattet vor allem Serienfahrzeuge von Mercedes mit besonders starken Motoren und auffälligen optischen Elementen aus.

Daimler Truck

Bei Daimler Truck liegt die Gewinnbeteiligung genauso hoch wie bei Mercedes – bei 7300 Euro. Das ist kein Zufall, denn die allermeisten Daimler-Truck-Beschäftigten gehörten bisher gemeinsam mit den heutigen Mercedes-Mitarbeitern zum ehemaligen Daimler-Konzern. Es hätte eine ungute Signalwirkung gehabt, wenn die Ausgliederung der Nutzfahrzeugsparte aus dem Konzern für die dort Beschäftigten damit verbunden gewesen wäre, dass sie schon im ersten Geschäftsjahr wirtschaftlich schlechtergestellt sind als ihre ehemaligen Kollegen. Allerdings ändert dies nichts daran, dass die für Pkw zuständige Mercedes-Benz Group wesentlich profitabler ist als Daimler Truck. Die Geschäftszahlen von Daimler Truck sprechen indes dafür, dass auch dieses Unternehmen von der Abspaltung profitiert.

Porsche AG

Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche steigert den Bonus von 7900 auf 9050 Euro und liegt damit vor allen anderen Autobauern in der Region. Das Unternehmen erzielte beim operativen Gewinn ein Plus von 27,4 Prozent und eine operative Umsatzrendite von stolzen 18 Prozent, die man perspektivisch sogar auf 20 Prozent steigern will. Da die Mitarbeiter bereits anlässlich des erfolgreichen Börsengangs eine Sonderprämie von 3000 Euro erhalten hatten, summieren sich die Zusatzzahlungen für das Jahr 2022 auf mehr als 12 000 Euro. Der Börsengang-Bonus für Manager liegt noch deutlich höher und erreicht in vielen Fällen fünf -, vereinzelt sogar sechsstellige Beträge.

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