Horber OB will Landrat in Esslingen werden CDU zögert mit Unterstützung für Rosenberger

Peter Rosenberger bringt sich als Bewerber für das Amt des Landrates ins Gespräch. Foto: Werner Kuhnle

Die Fraktionen im Esslinger Kreistag bewerten die Bewerbung des Horber Oberbürgermeisters Peter Rosenberger für die Nachfolge des Landrats Heinz Eininger unterschiedlich. Wie stehen die Chancen?

Reporter: Elke Hauptmann (eh)

Die zum 1. Oktober neu zu besetzende Stelle des Esslinger Landrates ist noch nicht einmal öffentlich ausgeschrieben, schon hat sich mit Peter Rosenberger, dem Oberbürgermeister von Horb am Neckar, der erste Bewerber für die Nachfolge von Heinz Eininger in Stellung gebracht. Die Reaktionen der vier großen Kreistagsfraktionen auf seine Eigeninitiative sind unterschiedlich. Auch wenn Rosenberger der Partei angehöre, sei er nicht gesetzt, sagt der CDU-Chef Sieghart Friz in aller Deutlichkeit. „Er ist nicht der Bewerber der CDU-Fraktion.“ An diesem Mittwochabend werde sich der Kandidat den 19 Kreisräten der Union vorstellen, diese müsse er erst mal von sich überzeugen. „Wie es dann weitergeht, wird sich zeigen.“

 

„Brückenbauer“ gesucht

Nach einem ersten Gespräch sei er der persönlichen Meinung, Rosenberger sei „ein respektabler Kandidat, der sein Handwerk versteht“, sagt Friz. Er bringe mit, was sich die Fraktion von einem Bewerber wünsche: Lebens- und Berufserfahrung, einen kommunalpolitischen Hintergrund, die Fähigkeit zur Kommunikation. Die Parteizugehörigkeit sei schön, aber nicht alles. Denn: „Wir möchten einen Landrat, der überparteilich agiert. Einen, der zusammenführen kann und nicht polarisiert“, betont Friz. „Der Kreis braucht einen Brückenbauer.“

Bernhard Richter, Vorsitzender der Freien Wähler im Kreistag, die mit 28 Mitgliedern die größte Fraktion stellen, beteuert: „Wir haben den Anspruch, einen eigenen Kandidaten aufzustellen.“ Man sei schon in Gesprächen mit Interessenten. Rosenbergers Initiativbewerbung nehme man zur Kenntnis, zur Vorstellungsrunde einladen werde ihn die Fraktion aber erst, wenn die CDU ihn offiziell als ihren Kandidaten bestätige. „Wir haben keine Eile. Und vorher stehen erst mal die Kommunalwahlen an.“ Richter räumt ein, die Freien Wähler würden sich einen jüngeren Bewerber wünschen, der für mindestens zwei Amtsperioden zur Verfügung steht. Vom neuen Landrat erhoffe man sich „frischen Wind“ und einen „von gegenseitiger Wertschätzung geprägten Umgangston“.

Gelegenheit zur Vorstellung

Marianne Erdrich-Sommer, Fraktionschefin der Grünen, hält den Bewerber durchaus für „anschauenswert“. Als Horber OB habe Rosenberger „ein ökologisch orientiertes Profil“ gezeigt. Deshalb wollen die 19 Kreisräte mit ihm nun ins Gespräch kommen. Entschieden sei aber noch nichts, heißt es. Auch die 15-köpfige SPD-Fraktion wird laut ihrem Vorsitzenden Michael Medla dem Bewerber die Gelegenheit zur Vorstellung geben. Neben inhaltlichen Zielen gehe es dabei um die Persönlichkeit: „Der neue Landrat sollte „einen modernen, professionellen Führungsstil“ haben, sagt Medla.

Nach Angaben der Kreisverwaltung wird die Stelle des Esslinger Landrates voraussichtlich am 17. Mai im Staatsanzeiger veröffentlicht. Interessenten können ihre Bewerbung dann bis zum 17. Juni einreichen. Die Kandidatenliste wird dem Innenministerium zur Prüfung vorgelegt: Das könnte einen Bewerber ablehnen, wenn dieser für den Posten nicht ausreichend qualifiziert ist. Wie viele Kandidaten letztendlich am 26. Juli im Esslinger Kreistag zur Wahl antreten dürfen, entscheiden das Ministerium und der eigens gebildete Wahlausschuss gemeinsam.

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