„Hochwertige Fleisch- und Wurstwaren, ein warmer Mittagstisch oder auch ein Schnitzelwecken auf die Hand, das alles bekommt man in der örtlichen Metzgerei. Vorausgesetzt natürlich, man hat eine am Ort“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde. Die jetzige Situation sei „nicht das, was die Leute wollen“, stellt der Bürgermeister Dennis Eberle fest. „Den Salacherinnen und Salachern ist diese Angebotslücke alles andere als Wurst“, schreibt die Gemeinde. Dies belegten zahlreiche Nachfragen beim Bürgermeister. Zwar biete der örtliche Supermarkt eine Fleischtheke an, „doch Metzgers hausgemachte Dosenwurst ist halt doch etwas anderes“, heißt es in der Mitteilung. der Rathauschef Dennis Eberle sagt zwar nicht zu, selbst für Umsatz zu sorgen, in dem er einen täglichen Bürgermeisterbraten (zartes Muskelfleisch vom Rind) bestellt, ein Leberkäsewecken oder ein warmer Mittagstisch darf es aber schon sein, erklärt er am Telefon.
Die Gemeinde will auf die Lücke in der Nahversorgung aufmerksam machen und helfen, wo es möglich ist. Eine direkte finanzielle Unterstützung eines Metzgers sei natürlich nicht möglich. Das unternehmerische Risiko könne die Gemeinde nicht übernehmen, aber ein Signal möchte Eberle schon aussenden – „da stehen wir dahinter“. Dies könne zum Beispiel auch der Fall sein, wenn die Metzgerei einen Partyservice anbiete.
Aus Eberles Sicht müsste Salach wegen seiner Größe und Reichweite ein interessanter Standort sein. Die Gemeinde weist darauf hin, dass vor zehn Jahren noch drei Metzger im Ort ihre Waren anboten. Zuletzt hatte zum Jahresbeginn Metzger Michael Knab an der Hohenstaufenstraße sein Geschäft geschlossen. Der 65-Jährige beklagte damals, dass viele potenzielle Kunden ihre Fleisch- und Wurstwaren lieber in Großmärkten und Discountern einkauften.
Über fehlende Kundschaft konnte sich Rolf Hofelich, der sein Geschäft an der Eduardstraße 2019 geschlossen hatte, nie beklagen. Oft seien die Kunden bis zur Straße raus gestanden. Er hätte die Metzgerei gerne offen gehalten, leider habe sich kein Interessent für eine Nachfolge gefunden.
Dieser Standort im Zentrum ist auch jetzt wieder im Gespräch. Die Gemeinde hofft, dass sie für Hofelichs Metzgerei einen Käufer oder Mieter findet. Auch Rolf Hofelich würde sich nicht verschließen, da er schon seit längerem an einer Nachfolgenutzung für das Gebäude mit den Metzgereiräumen für Verkauf und Produktion sowie die beiden Wohnungen darüber interessiert ist. „Die Grundausstattung ist da“, es müsste aber auch etwas investiert werden, berichtet Hofelich. Er fahre aber zweigleisig und biete die Immobilie ganz oder in Teilen zum Verkauf an.
Unterstützung durch die Gemeinde
Aus Sicht des Bürgermeisters Dennis Eberle könnte sich in Salach ein junger Metzger selbstständig machen. Denkbar und wahrscheinlicher sei aber die Filiale einer Metzgerei aus der Umgebung. Die Gemeinde wolle gezielt mögliche Interessenten anschreiben und hofft auch auf Bewerbungen. „Die Unterstützung durch die Gemeinde und den örtlichen Handels- und Gewerbeverein bei den Anfängen sind gesichert und auch an hungriger Kundschaft fehlt es nicht“, schreibt die Gemeinde. Wer Interesse hat, kann sich bei Bürgermeister Eberle unter d.eberle@salach.de melden.
Projekt kommt nicht voran
Pläne
Das Gelände der früheren Metzgerei Hofelich wollte ein Investor kaufen und Wohnungen bauen. Das Projekt ist im Februar und im Mai vergangenen Jahres im Salacher Bauausschuss vorgestellt worden. Im Februar wurde kein Einvernehmen für 31 Wohnungen erteilt, weil das Bauvorhaben zu massiv erschien.
Zustimmung
Einer reduzierten Planung auf 29 Wohneinheiten samt Teilabbruch und Sanierung des bestehenden Gebäudes gab die Gemeinde im Mai ihr Einvernehmen.
Stand
Das Vorhaben kam nicht weiter. Der Verkauf ist nicht erfolgt, daher sucht Rolf Hofelich weiter Interessenten für die Immobilie, teilte er mit.