Infektionen mit dem Coronavirus in Stuttgart Überträger sind oft die Jüngeren

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Das Stuttgarter Gesundheitsamt hat die mit dem Coronavirus infizierten Menschen nach Altersgruppen ausgewertet. Die Erkenntnis der Statistik: Es sterben zwar in der Regel die Älteren, Überträger sind aber zahlenmäßig mehr die Jüngeren.

Die Zahl der Infizierten steigt auch in Stuttgart weiter. Deshalb mahnt die Stadt: Die Kontaktbeschränkungen müssen weiter eingehalten werden. Foto: dpa/Marijan Murat
Die Zahl der Infizierten steigt auch in Stuttgart weiter. Deshalb mahnt die Stadt: Die Kontaktbeschränkungen müssen weiter eingehalten werden. Foto: dpa/Marijan Murat

Stuttgart - Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus nehmen auch in Stuttgart weiter zu. Am Mittwoch meldete das Gesundheitsamt 808 Infizierte. Erstmals hat die Verwaltung diese Zahlen genauer ausgewertet. Danach haben sich in der Stadt mittlerweile Menschen aller Altersgruppen angesteckt mit dem Virus. Besonders betroffen aber seien Personen mittleren Alters und etwas mehr Männer (54 Prozent) als Frauen (46 Prozent).

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So waren etwa in der Altersgruppe zwischen 41 und 60 Jahren insgesamt 282 Personen unter den gemeldeten Infizierten. Die höchsten Ausschläge findet man in der Altersgruppe der 26- bis 35-Jährigen mit insgesamt 217 Betroffenen. Verstorben an Covid-19 sind in Stuttgart laut Gesundheitsamt inzwischen sechs Männer und eine Frau. Sie waren alle über 63 Jahre alt und litten unter Vorerkrankungen.

Hohe Mobilität als Ursache

Die Zwischenbilanz entspreche dem Bundestrend, erklärte der Leiter des Gesundheitsamts, Stefan Ehehalt. „Man sieht, es ist kein ‚Senioren-Virus‘, wie verschiedentlich zu lesen ist.“ Mehr als ein Drittel aller Infizierten sei zwischen 26 und 40 Jahren alt. Die Gründe dafür sieht Ehehalt in der hohen Mobilität dieser Menschen, in deren Freizeitverhalten und den vielen sozialen Kontakten. „Diese Gruppe überträgt auch das Virus am häufigsten“, warnt er. Die Lage sei weiter „ernst und dynamisch“. Es sei entscheidend, die strengen Vorgaben zur Kontaktreduktion weiter einzuhalten. Auch jüngere Menschen könnten durch Covid-19 schwere Folgeschäden erleiden.

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