Interview zur Attacke in Straßburg „Alle waren ruhig und gefasst“

Von Die Attacke in Straßburg hat auch für große Unruhe im Europäischen Parlament gesorgt. Der CDU-Abgeordnete Rainer Wieland beschreibt die Stunden der Ungewissheit. 

Der CDU-Europaabgeordnete Rainer Wieland musste nach der Attacke im Parlament übernachten. Er bewundert die Franzosen für ihre Haltung.

Der Abgeordnete Rainer Wieland befand sich während der Attacke in Straßburg  im Europäischen Parlament. Foto: Lichtgut/Verena Ecker
Der Abgeordnete Rainer Wieland befand sich während der Attacke in Straßburg im Europäischen Parlament. Foto: Lichtgut/Verena Ecker

Stuttgart -

Wie haben Sie den Anschlag erlebt?

Ich wollte das Parlament kurz nach 20 Uhr verlassen, doch die Gitter am Ausgang waren verschlossen. Dann kam auch schon eine Nachricht, die vom Haus an die Mitarbeiter verschickt worden war. Wir wurden aufgefordert, im Parlament zu bleiben oder uns in Sicherheit zu begeben.

Wie war die Stimmung im Parlament?

Alle waren ruhig und gefasst. Aber solange nicht klar war, ob es ein Einzeltäter ist, kann es ja auch sein, dass andere Täter an einem anderen Ort zuschlagen. Diese Gefahr ist leider sehr real. Wir haben uns dann aber entschieden die Sitzung weiter laufen zu lassen. Ich habe dann gegen ein Uhr nachts die Mitteilung erhalten, dass eine Besuchergruppe aus Bietigheim-Bissingen abgesagt hat, was ich in dieser Situation völlig verstehen kann. Schließlich habe ich mich in mein Büro auf eine Liege gelegt, um zu schlafen. Um kurz nach vier Uhr bin ich aufgewacht und habe gesehen, dass man wieder raus kann. Für meinen Weg nach Kehl habe ich dann wegen der Kontrollen allerdings nicht 15 Minuten, sondern fast eine Stunde benötigt.

Wie haben die Franzosen reagiert?

Die Menschen hier sind natürlich sehr betroffen. Aber es ist überaus beeindruckend zu sehen, wie sie den Kopf heben, den Rücken durchdrücken und sagen: Wir lassen uns davon nicht unsere Art zu leben kaputt machen.