Jörg Rupp im Shitstorm Twittern, ohne nachzudenken

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Der badische Grünen-Politiker Jörg Rupp hat auf Twitter den Wahlerfolg der Hamburger FDP-Landesvorsitzenden Suding kommentiert - und zwar ziemlich sexistisch. Die Folge: ein Shitstorm.

Der badische Grünen-Politiker Jörg Rupp entschuldigt sich für seine Wortwahl. Er hatte auf Twitter die FDP-Landesvorsitzende Katja Suding nach der Wahl in Hamburg sexistisch beleidigt. Foto: privat
Der badische Grünen-Politiker Jörg Rupp entschuldigt sich für seine Wortwahl. Er hatte auf Twitter die FDP-Landesvorsitzende Katja Suding nach der Wahl in Hamburg sexistisch beleidigt. Foto: privat

Stuttgart - Es ist geradezu ein Klassiker im Umgang mit den sozialen Medien. Erst wird ein saudummer Satz in die Twitterwelt gesetzt, ohne im Geringsten an seine Wirkung zu denken. Es folgen maue Argumente der Verteidigung, schließlich die unumgängliche, kleinlaut vorgetragene Entschuldigung.

Ganz nach diesem Muster verhielt sich in der Nacht nach der Wahl zur Hamburger Bürgerschaft der badische Grünen-Politiker Jörg Rupp, immerhin Mitglied im Landesvorstand. Sein in Teilen der StZ-Montagsausgabe bereits zitierter Tweet, abgeschossen in Richtung der Hamburger FDP-Landesvorsitzenden Katja Suding nach deren Wahlerfolg: „muss man sich mal vorstellen: mit Titten und Beinen anstatt Inhalten. #fassungslos #fdp“.

 

 

Umgehend hagelte es Kritik auf vielen Kanälen. „Unter aller Sau“, lautete ein Kommentar, „fälliger Rücktritt vom LV-Vorstand schon eingereicht?“ – eine wohl rhetorisch gemeinte Frage. Der 48-Jährige rückte angesichts des Shitstorms nur langsam von seinem verhängnisvollen Satz ab. „inhaltlich bleib’ ich dabei, Sprache war Mist“, so zog er eine Verteidigungslinie. Auch die fiel rasch. Fazit des Bundestagskandidaten im Wahlkreis Rastatt: „Ich gelobe für die Zukunft, dass ich vor dem Twittern mein Gehirn einschalte.“ Und: „Da habe ich aber reingelangt heute Abend. Es ist nicht in Ordnung von ,Titten und langen Beinen‘ zu reden – das ist normalerweise nicht meine Wortwahl.“

So ganz ohne Begründung wollte er seine Entgleisung aber dennoch nicht stehen lassen: „. . . seit Wochen ärgert mich der Wahlkampf der Hamburger FDP. Nur als Stichwort: ,3 Engel für Christian‘. Nichtsdestotrotz äußert man sich so nicht – auch nicht als ehrenamtlicher Politiker an einem Wahlabend. Ich entschuldige mich für die Wortwahl.“

Grüne Landesvorsitzende kritisieren Rupp

Klare Worte fanden indes die beiden grünen Landesvorsitzenden Thekla Walker und Oliver Hildenbrand: „Wir halten diese Äußerung für völlig inakzeptabel.“ Dann ließ die grüne Doppelspitze aber Milde walten: „Wir anerkennen aber auch, dass Jörg Rupp sich umgehend und mehrmals für seine verbale Entgleisung entschuldig hat.“ Und was sagt Katja Suding selbst: „Da sind dem grünen Herrn aus Baden-Württemberg offenbar die Gäule durchgegangen.“ Aber auch für sie ist nun alles gesagt. „Aber er hat sich bei mir entschuldigt, und damit ist die Sache erledigt“, lässt sie wissen.