John-Cranko-Schule in Stuttgart Ballettinstitut viel teurer als geplant

Von Thomas Braun 

Statt 32 Millionen soll der Neubau der John-Cranko-Schule am Urbansplatz nun 50 Millionen Euro kosten. Im Stuttgarter Rathaus will man ein Scheitern des gemeinsamen Projekts mit dem Land nicht mehr ausschließen.

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Stuttgart - Der Kulturszene in der Landeshauptstadt bleibt derzeit nichts erspart. Nach dem Sanierungsdebakel beim Stuttgarter Staatsschauspiel (die StZ berichtete) droht nun das nächste Projekt finanziell und zeitlich aus dem Ruder zu laufen. Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung wird der geplante Neubau der John-Cranko-Schule am Urbansplatz sehr viel teurer als bisher kalkuliert. Das Thema wird auch den Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater auf seiner Sitzung am Mittwoch beschäftigen.

Im vergangenen Jahr hatten Stadt und Land, die die Neubaukosten jeweils zur Hälfte tragen sollen, auf Drängen der Stadt vereinbart, einen externen Projektsteuerer hinzuzuziehen, der die Kostenschätzungen der Münchener Architekten Burger und Rudacs (rund 32 Millionen Euro ohne Ausstattung) für die Ballettschule überprüfen sollte. Nach StZ-Recherchen kommen die beauftragten Projektsteuerer von Drees & Sommer in einer Expertise zu dem Schluss, dass der Neubau nicht unter 50 Millionen Euro zu haben ist. Die Prognose geht sogar eher noch weiter nach oben.

Stadt hat vor Kostensteigerung gewarnt

Für die Stadt kommt die Kostensteigerung nicht völlig aus heiterem Himmel. Schon in der Vergangenheit hatten städtische Bauexperten darauf hingewiesen, dass das Budget für das ambitionierte Projekt, das unter Federführung der Staatlichen Hochbau- und Vermögensverwaltung gebaut werden soll, kaum eingehalten werden könne. Im vergangenen Jahr hatten der damalige OB Wolfgang Schuster, der Finanzbürgermeister Michael Föll und die Kulturbürgermeisterin Susanne Eisenmann bei Gesprächen mit der Behörde, die dem Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) untersteht, eine Vereinbarung durchgesetzt, wonach die Kosten die Schwelle von 32 Millionen Euro nicht überschreiten dürfen.

Susanne Eisenmann bestätigte auf StZ-Anfrage, dass sie und OB Fritz Kuhn vor kurzem vom Land über die neue Kostenprognose informiert worden seien. „Damit haben wir ein weiteres Problem“, so die Kulturbürgermeisterin. Zu den Gründen wollte sie sich zunächst nicht äußern. Im Verwaltungsrat müsse man nun gemeinsam nach Einsparmöglichkeiten suchen.

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