Herr Schweikardt, mit was hat Sie denn Ihr Nachfolger auf der Trainerbank in der Vorbereitung am meisten überrascht?
Roi Sanchez hat mich weniger überrascht, sondern mich eher in dem bestätigt, was wir von ihm erwartet haben.
Das da wäre?
Tempospiel, Tempospiel, Tempospiel. Das liegt unserer Mannschaft, da wir eben Spieler drin haben wie Viggo Kristjansson, Jerome Müller oder unseren Neuzugang Egon Hanusz. Das sind alles keine Riesen, aber sie sind enorm schnell auf den Beinen, und sie haben alle ein sehr gutes Spielverständnis.
Aber schnellen Handball werden doch auch Sie eingefordert haben?
Nicht ständig und nicht in dieser Konsequenz. Ich habe das unter meiner Regie immer als selektiv bezeichnet. Wir haben es von bestimmten Aktionen des Gegners abhängig gemacht, ob wir aufs Tempo drücken. Zum Beispiel, ob ein Gegenspieler verworfen hat oder am Boden liegen blieb. Bei Roi wird permanent aufs Gaspedal getreten. Deshalb werden wir auch deutlich mehr Tore erzielen. Das zeigte auch unser 42:33 im letzten Test gegen die Rimpar Wölfe.
Und hinten?
Auch in der Abwehrarbeit gibt es ein neues System, in der spanischen Schule wird einfach viel mehr Wert auf Antizipation gelegt.
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Es hat sich also viel geändert...
... und deshalb müssen wir geduldig sein und dieser Spielphilosophie auch Zeit geben. Vor zwei Jahren hatten wir einen Umbruch im Kader, jetzt haben wir einen Umbruch im System.
Die Neuzugänge sind gut angekommen?
Ja, ich bin überzeugt, dass alle unserem Spiel ihren Stempel aufdrücken werden.
Torwart Tobias Thulin steht im ersten Saisonspiel besonders im Blickpunkt.
Klar es geht zu seinem Ex-Club SC Magdeburg. Das macht den Druck auf ihn nicht kleiner (lacht).
Kann der SCM ins Titelrennen eingreifen?
Ich wünsche mir im Sinne der Spannung, dass Magdeburg, die Rhein-Neckar Löwen und die Füchse Berlin näher an das Spitzenduo heranrücken. Ich kann mir das auch vorstellen. Aber letztendlich wäre es eine Überraschung, wenn Kiel und Flensburg die Meisterschaft nicht erneut untereinander ausmachen würden.
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Was trauen Sie Nachbar Frisch Auf Göppingen zu, der am 16. September (19.05 Uhr) zum ersten TVB-Heimspiel in die Porsche-Arena kommt?
Das Göppinger Saisonziel, unter die besten Sechs zu kommen, ist sehr ambitioniert. Dazu müsste Frisch Auf hinter den Top-Fünf-Teams die MT Melsungen und Leipzig hinter sich lassen. Das ist schwer, aber möglich, wenn alle fit bleiben.
Und der dritte Württemberg-Club?
Der HBW Balingen-Weilstetten hat bewiesen, dass er alle schlagen kann. Aber klar geht es für das Team von Jens Bürkle gegen den Abstieg, zumal sich keiner von Platz zehn an abwärts sicher sein kann. Die Gleichung, dass die beiden Aufsteiger auch die Absteiger sind, geht nicht mehr auf. TuS N-Lübbecke und vor allem der HSV Hamburg sind sehr stark und eigentlich keine Neulinge.
Deshalb strebt der TVB...
...einen komfortablen Klassenverbleib an. Wir wollen uns in dieser richtig attraktiven, aber eben auch sehr, sehr ausgeglichenen Liga erst einmal nach hinten absichern.