Im australischen Bundesstaat Victoria sollen sich Zehntausende vor Buschfeuern in Sicherheit bringen. Denn die enorme Sommerhitze könnte katastrophale Folgen haben. Auch im Westen des Kontinents brennt es.

Wochenend-Magazin: Markus Brauer (mb)

Seit Tagen lodern schwere Buschbrände im Südosten Australiens. Aber das Schlimmste steht offenbar noch bevor: Große Hitze gepaart mit starken Winden könnte in den nächsten Tagen zu „katastrophalen Bedingungen“ führen, schreibt die Nachrichtenagentur AAP unter Berufung auf die Behörden.

 

Region Wimmera

Feuerwehrleute bekämpfen einen Brand an der Gold Coast in Queensland. Foto: Imago/SuperStock
Von den Buschbränden beschädigte Fahrzeuge stehen auf einem Gelände, dass vom Feuer betroffen war. Foto: Justin Mcmanus/The Age/AAP/dpa

Gefahr besteht vor allem in der Region Wimmera westlich von Melbourne sowie in fünf weiteren Regionen des Bundesstaates Victoria, wo große Trockenheit herrscht.

Teilweise wurden Temperaturen von weit über 40 Grad erwartet. Zehntausende Anwohner sollten sich nach Möglichkeit bis spätestens Mittwochmorgen (Ortszeit) in Sicherheit bringen. „Ich würde spätestens zur Mittagszeit aufbrechen, da die Wetterbedingungen ab 12 Uhr ziemlich schlimm werden“, sagt der örtliche Feuerwehrchef Jason Heffernan.

Ballarat

Buschfeuer bei Ballarat. Foto: Imago/AAP
Rauch eines Buschfeuers ist aus der Ferne am Himmel über Ballarat zu sehen. Foto: Beaufort Park Cafe/AAP/dpa

Das schwere Feuer rund um die Stadt Ballarat, das seit Tagen wütet, ist derweil noch immer nicht unter Kontrolle. Mehr als 20 000 Hektar Land und sechs Häuser sind den Flammen bereits zum Opfer gefallen.

Die Premierministerin von Victoria, Jacinta Allan, spricht von einem der „wahrscheinlich gefährlichsten Tage, die Victoria in den letzten Jahren erlebt hat“. Am Mittwoch (28. Februar) sollten deshalb fast 100 Schulen und Kindergärten vorsichtshalber geschlossen bleiben.

Grampians Nationalpark

Einsatzkräfte nahe der Stadt Raglan in Vicoria. Foto: Imago/AAP
Ein verletztes Känguru steht in der von den Buschbränden betroffenen Stadt Pomonal. Foto: Justin Mcmanus/The Age/AAP/dpa

Auch drei Nationalparks wurden vorsorglich für Besucher gesperrt, darunter der wegen seiner herrlichen Landschaften und zerklüfteten Berglandschaft beliebte Grampians Nationalpark. Mehr als 60 Löschflugzeuge standen bereit.

Der Sender 9News berichtet, in der Region drohten die schlimmsten Brände seit dem verheerenden „schwarzen Sommer“ 2019-2020. Damals hatten wochenlange Buschfeuer mehr als zwölf Millionen Hektar Land verwüstet, unzählige Tiere wurden verletzt, getötet oder aus ihren Lebensräumen vertrieben.

Australind

Verbranntes Buschwerk nahe der Stadt Pomonal in Victoria. Foto: Imago/AAP
Die Luftaufnahme zeigt das Ausmaß eines Buschfeuers in der Waterhouse Conservation Area im Nordosten Tasmaniens. Foto: Tasmania Fire Service/AAP/dpa

Auch im Westen von Down Under geriet derweil am Dienstag ein Buschfeuer außer Kontrolle. Bewohner der Kleinstadt Australind südlich von Perth in Western Australia wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Die Situation sei lebensbedrohlich, zitiert die Zeitung „The West Australian“ die Einsatzkräfte. In der betroffenen Region wohnen rund 20 000 Menschen. Die Feuerwehr kämpfte am Boden und aus der Luft gegen die Flammen.