Katholische Kirche in Bad Cannstatt Pfarrer Karl Böck verlässt die Gemeinde

Von Iris Frey 

Der katholische Pfarrer verlässt das Neckarknie und geht nach Vaihingen/Enz.

Pfarrer Karl Böck verlässt im Sommer das Neckarknie. Foto: Iris Frey
Pfarrer Karl Böck verlässt im Sommer das Neckarknie. Foto: Iris Frey

Bad Cannstatt - E nde Oktober 2004 war Pfarrer Karl Böck nach Bad Cannstatt gekommen. Im Sommer verlässt der Leiter der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar die Sauerwasserstadt, um eine neue Pfarrstelle anzutreten. Er wird Pfarrer der Seelsorgeeinheit Vaihingen-Eberdingen im Dekanat Ludwigsburg. „Vermissen werde ich viele hier, denn es war eine sehr gute Zeit und es sind viele Beziehungen entstanden“, sagt Böck. Interimsweise wird Pfarrer Martin Kneer für seinen Bereich als Administrator tätig sein. „Die Stelle wird im September ausgeschrieben“, sagt Böck. In seiner neuen Gemeinde betreut er etwa 5700 Gemeindeglieder. „Es wird überschaubarer, weil die Stelle kleiner ist und weniger Mitarbeiter hat“, so der 59-Jährige.

Böck hat nicht nur die Renovierung von St. Rupert und des gleichnamigen Kindergartens nebenan mit begleitet, auch das Jubiläum zum 500. Geburtstag der St. Martinskirche hat ihn beschäftigt sowie die Fusionen der Kirchengemeinden im Lauf der Jahre. Das Jubiläum „500 Jahre Reformation“ wird ihm, wie er sagt, als „Highlight“ in Erinnerung bleiben: Er durfte als katholischer Pfarrer in der evangelischen Stadtkirche beim Hauptgottesdienst zum Reformationsgedenken am 31. Oktober vergangenen Jahres predigen. „Ein großer Vertrauensbeweis und ein schönes Zeichen für die tolle Zusammenarbeit mit den evangelischen Kirchengemeinden in Bad Cannstatt und Münster“, zeigt sich Böck überzeugt.

„Mehr als 13 Jahre habe ich in Bad Cannstatt und Münster gelebt und gearbeitet. Es war eine gute und erfüllte Zeit für mich als Pfarrer, Christ und Mensch. Ich war gern in Stuttgart. Ich habe mich um eine neue Stelle beworben, weil ich meine, dass Aufbrechen zur biblischen Existenz gehört und deutlich macht, dass der auferstandene Christus mit uns auf dem Weg ist. Das zeigen mir auch die vielen Beschreibungen von Menschen in unserem Glaubensbuch, der Bibel.“ Ein Stellenwechsel sei für alle eine Herausforderung: „Als Pfarrer muss ich wenigstens ab und zu herausgefordert werden, meinen Glauben nicht auf eine konkrete Gemeinde zu fixieren. Eine Kirchengemeinde muss wenigstens ab und zu herausgefordert werden, ihren Glauben nicht auf einen Pfarrer zu fixieren, sondern eigenständig aus dem Glauben zu leben und diesen in der Gemeinde zu bezeugen“, so Böck weiter.

Der Verabschiedungsgottesdienst für Pfarrer Karl Böck findet am 29. Juli statt

Er erinnert sich gerne an das 50-jährige Jubiläum der St. Rupert-Gemeinde und die Feier „500 Jahre Martinskirche in der Neckarvorstadt“. „Ich freue mich und bin stolz, dass uns als Kirchengemeinderat die Zusammenlegung dreier Kirchengemeinden zu der einen Kirchengemeinde St. Martin gelungen ist. Da waren wir auf einem guten Weg. Das hätte so bleiben und sich weiterentwickeln können. Die verfügte Bildung von Gesamtkirchengemeinden für Stuttgart kam uns bei diesem Prozess dazwischen. Aber wir haben uns geschüttelt und neu sortiert und so läuft es jetzt auch in der Gesamtkirchengemeinde in sehr guten Bahnen“, versichert der Theologe.

Böck ist in Riedlingen geboren. Nach dem Abitur studierte er Theologie in Tübingen und Freiburg, bevor er 1987 ins Priesterseminar eintrat und zwei Jahre später in Rottenburg zum Priester geweiht wurde. Nach seiner Vikarszeit in Nürtingen und Biberach trat Böck 1993 seine erste Pfarrstelle in Freiberg/Neckar an. Dort war er seit dem Jahr 1994 auch als Notfallseelsorger im Einsatz. Bevor Böck kam, war die Pfarrstelle für das Neckarknie lange nicht besetzt, weil die Investitur kurzfristig ausgefallen ist. Der Grund: Pfarrer Michael Becker war aus dem priesterlichen Dienst der Diözese Rottenburg-Stuttgart ausgeschieden, um zu heiraten. Die Stelle war neu ausgeschrieben worden. 2004 wurde Böck Pfarrer in St. Martin und St. Rupert und in St. Ottilia in Münster. 2015 haben die drei Gemeinden unter seiner Leitung zur neuen Gemeinde St. Martin, Bad Cannstatt und Münster fusioniert. Seit 2017 ist er Leiter der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar mit den Gemeinden St. Martin, Liebfrauen und St. Peter.

Zu seiner neuen Seelsorgeeinheit Vaihingen-Eberdingen gehören die Gemeinden St. Antonius (Dienstsitz) in Vaihingen an der Enz und St. Paulus in Vaihingen-Enzweihingen (in Seelsorgeeinheit mit der katholischen italienischen Gemeinde San Antonio di Padova und der katholischen kroatischen Gemeinde Sveti Ante Padovanski in Vaihingen an der Enz). Zuletzt hatte das Jubiläum der St. Martinskirche für große Öffentlichkeit gesorgt, denn zum Festgottesdienst im Oktober 2016 war auch Bischof Gebhard Fürst nach Bad Cannstatt gekommen.

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