Stuttgart Mehrheit für Modernisierung des Stadions
Die Fraktionen tragen die Mehrkosten für den Ausbau anlässlich der EM 2024 mit. Der Pächter VfB Stuttgart wird auch noch unterstützt.
Die Fraktionen tragen die Mehrkosten für den Ausbau anlässlich der EM 2024 mit. Der Pächter VfB Stuttgart wird auch noch unterstützt.
Stuttgart - Sowohl im Wirtschaftsausschuss als auch nun im Verwaltungsausschuss sind die Mehrkosten bei der Modernisierung der Haupttribüne der Mercedes-Benz-Arena kein großes Thema gewesen. Das liegt auch an der von der Stadion KG betonten Alternativlosigkeit. Das Projekt jetzt abzuspecken, bei der Fußball-EM dafür mit weniger Spielen als den geplanten vier bis sechs bestraft zu werden und irgendwann teurer die Modernisierung zu vollenden, wird nicht für sinnvoll erachtet, zumal auch die Schmalspurversion schon mit 43,5 Millionen Euro beziffert wird.
Im Gemeinderat an diesem Donnerstag wird daher der Antrag, einem von 71 Millionen auf 98,5 Millionen Euro gestiegenen Baubudget für den Ausbau der Haupttribüne, den notwendigen Investitionen in die Technik und eine Fotovoltaikanlage zuzustimmen, mit Sicherheit angenommen. Dieser neue Betrag ist auch erst nach harten Verhandlungen mit dem einzigen verbliebenen Anbieter gesichert worden. Die ursprüngliche Summe war immerhin 8,5 Millionen höher.
Die Zusatzkosten teilen sich die Stadt, die für die EM-Bewerbung verantwortlich ist und damit die dafür nötigen Investitionen finanziert, und die Tochterfirma Stadion KG, die sich um die Immobilie kümmert. Der einzige Pächter ist der VfB Stuttgart, seine Pacht besteht aus einem Grundbetrag und einer variablen Komponente.
Mit dieser Zahlung – in guten Zeiten bis zu sieben Millionen Euro – finanziert die Stadion KG den Umbau in die Arena und alle Modernisierungen und bezahlt der Stadt jährlich 740 000 Euro Erbbauzinsen. Der Verein hat seinerzeit 27 Millionen in die Stadion KG eingezahlt, in der er als atypisch stiller Gesellschafter fungiert. Weil nach dem Umbau in den ersten Jahren hohe Abschreibungen anfallen, haben die Verluste die VfB-Einlage fast aufgezehrt. Wegen der Modernisierung wurde sie um 24,75 Millionen Euro erhöht. Weil dem Club derzeit die Mittel fehlen, lieh er sich das Geld von der Stadt. Nach der EM müsste die Rückzahlung beginnen.
Wegen Corona sind dem Bundesligisten die Zuschauereinnahmen weggebrochen. Deshalb hat die Stadion KG vorübergehend die Grundpacht von 5,2 Millionen um 1,3 Millionen Euro reduziert – wegen der gestiegenen Baukosten wird diese um 600 000 Euro jährlich erhöht. Im Rathaus hofft man deshalb, dass sich das Stadion bald wieder füllt.