Obst in Quetschbeuteln Diese Probleme gibt es

Von Sandra Markert 

Das Nuckeln

Die Zähne werden beim Nuckeln am Obst-Quetschie stark von zuckerhaltigem Fruchtpüree umspült, warnen Zahnärzte. Logopäden dagegen fällt auf: Kinder, die lange Brei saugen oder essen, statt feste Nahrung zu kauen, tun sich mit dem Sprechenlernen schwerer. Denn wer in eine Karotte oder ein hartes Stück Brot beißt, trainiert die Kaumuskulatur und die Mundmotorik, also die Bewegungsfähigkeit von Lippen, Wangen und Mund. All das ist Voraussetzung, um sprechen lernen zu können.

Der Zucker

Auch wenn auf vielen Verpackungen steht: „ohne Zuckerzusatz“, sind Obst-Quetschies dennoch Zuckerbomben. Denn neben dem im Obst enthaltenen Fruchtzucker werden häufig noch Fruchtmark oder Fruchtsaftkonzentrat und damit noch mehr Fruchtzucker zugefügt. Das Ergebnis: In einem Quetschie stecken umgerechnet vier bis sechs Stück Würfelzucker.

Die Inhalte

Um abgepackten Brei lange haltbar zu machen, wird er stark erhitzt. Das tötet alle Keime ab. Beißt man dagegen in einen Apfel, gelangen auch mal Keime mit in den Körper – das stärkt das Immunsystem und beugt Allergien vor. Außerdem landet das Obst zum Teil ohne Schale in der Presse. Im Vergleich zu frischem Obst enthalten Quetschies dadurch weniger wichtige Vitamine und Ballaststoffe.

Der Preis

Obstmus im Quetschbeutel (90 Gramm) kostet zwischen 60 Cent und einem Euro. Ein Obstgläschen mit doppelt so viel Inhalt gibt es ab 65 Cent. Und ein Apfel (rund 100 Gramm) kostet gerade mal 30 Cent.

Der Müll

Während man einen Apfel einfach aufessen kann, ist das Obstmus in Aluminium und Plastik verpackt, das nach dem Essen auf dem Müll landet.