Kinder im Museum Kleiner Radius

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Auch ins Naturkundemuseum kommen die meisten Kinder mit ihren Eltern. Aber wenn Kinder sieben Jahre alt sind und alleine kommen wollen, werden sie nicht abgewiesen. Das ist eine gute Sache, meint unsere Redakteurin Viola Volland.

Ein Mädchen bei einer Ausstellung im Jungen Schloss. Das Kindermuseum ist aktuell wegen Umbaus geschlossen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Ein Mädchen bei einer Ausstellung im Jungen Schloss. Das Kindermuseum ist aktuell wegen Umbaus geschlossen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart - Auch im Museum am Löwentor ist es die Ausnahme, dass Kinder ohne Eltern in die Ausstellung kommen. Meistens sind Mama, Papa oder andere Betreuer dabei – und dagegen ist natürlich nichts einzuwenden. Doch es ist schön, wenn Kinder auch mal alleine auf Entdeckungstour gehen dürfen und vielleicht dem besten Freund den Dinosaurier zeigen können, den dieser unbedingt auch einmal gesehen haben muss. Und wenn die Mutter solange draußen auf der Wiese Kraft tankt (oder der Vater), ist das auch gut.

Vielleicht sind unter den eigenständigen Besuchern sogar Kinder, deren Eltern nie auf die Idee kämen, ihnen diese faszinierenden Welten zu erschließen. Deshalb: toll, dass das Naturkundemuseum hier so niederschwellig offen für Kinder ist! Offenbar hat dieses Zutrauen bisher auch nicht für Probleme gesorgt.

Aber man sollte sich nichts vormachen: Selbst wenn alle Museen Kinder ab dem siebten Geburtstag ohne Erziehungsberechtigten einließen – an der Besucherstruktur der Häuser ändert dies sicherlich wenig.

Die Kinderbeauftragte der Stadt, Maria Haller-Kindler, hat recht, wenn sie feststellt, dass weniger die Institutionen der Hemmschuh sind, weshalb sich Kinder nur noch wenig im öffentlichen Raum alleine bewegen, sondern ihre Eltern.

Der Radius von (Stadt)-Kindern, in dem sie auf eigene Faust unterwegs sein dürfen, nimmt seit Jahren ab. Das kann man bedauern, aber es ist nun mal die Realität.

viola.volland@stzn.de

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