Koalitionsverhandlungen in Baden-Württemberg Parteienforscher sieht CDU in der Rolle des Kellners

Kretschmann ließ nach dem deutlichen Wahlsieg der Grünen keinen Zweifel daran, wer in dem Bündnis das Sagen hat. Foto: dpa/Christoph Schmidt
Kretschmann ließ nach dem deutlichen Wahlsieg der Grünen keinen Zweifel daran, wer in dem Bündnis das Sagen hat. Foto: dpa/Christoph Schmidt

Drei Wochen nach der Landtagswahl haben Grüne und CDU die Weichen für eine Wiederauflage ihrer Koalition gestellt. Der Parteienforscher Lothar Probst sieht gute Gründe für die CDU, bei den Koalitionsverhandlungen auf die Grünen zuzugehen.

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Karlsruhe - Der Bremer Parteienforscher Lothar Probst sieht gute Gründe für die CDU im Südwesten, bei den Koalitionsverhandlungen auf die Grünen zuzugehen. „Die Grünen sind mittlerweile in der Lage, den Koch zu spielen, die CDU ist in der Rolle des Kellners“, sagte er im Interview der „Badischen Neuesten Nachrichten“ (Dienstag). Grün-Schwarz in Baden-Württemberg könne dieses Mal besser funktionieren. Eine solche Koalition im Südwesten hat aus seiner Sicht aber nur begrenzte Signalwirkung auf die Bundesebene. Baden-Württemberg habe Sonderverhältnisse. „Auf Bundesebene werden die Grünen einen Teufel tun, Grün-Schwarz als Modell anzupreisen“, meinte Probst.

Koalitionsverhandlungen sollen am Donnerstag beginnen

Drei Wochen nach der Landtagswahl haben Grüne und CDU in Baden-Württemberg die Weichen für eine Wiederauflage ihrer Koalition gestellt. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und CDU-Landeschef Thomas Strobl sagten am Wochenende nach dem letzten Sondierungsgespräch in Stuttgart unisono, sie wollten Baden-Württemberg zum führenden „Klimaschutzland“ in Deutschland machen. Kretschmann ließ nach dem deutlichen Wahlsieg der Grünen keinen Zweifel daran, wer in dem Bündnis das Sagen hat: „Jetzt haben wir einen klaren Führungsanspruch.“ Die Koalitionsverhandlungen sollen kommenden Donnerstag beginnen. Am 12. Mai will sich der 72-jährige Grüne zum dritten Mal zum Regierungschef wählen lassen.

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