Koch-Olympiade in Stuttgart Die schwedischen Fans sind die lautesten

Von Michael Weier 

Sie tragen komische Hüte, haben blau-gelbe Schals um den Hals, schwenken Fahnen und grölen lautstark – und wir sind nicht beim Fußball! Die Fans der schwedischen Mannschaften bei der Olympiade der Köche auf der Landesmesse fallen auf.

Die Köche in der verglasten Showküche, die Fans schauen aufmerksam bei der Arbeit zu. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die Köche in der verglasten Showküche, die Fans schauen aufmerksam bei der Arbeit zu. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Den Montag erkennt der Besucher der Intergastra ganz einfach: Da gibt’s nämlich einen Stau auf der Autobahn von den vielen Autos, die in Richtung Landesmesse abbiegen. Montag ist der Tag der Gastronomen, viele Lokale haben geschlossen und die Betreiber fahren auf die Fachmesse, um alles über die neuesten Trends in Sachen Gastronomie zu erfahren. In diesem Jahr waren noch ein paar Autos mehr unterwegs: Zum Beispiel mit dem Aufkleber Polska. Neben den Fachbesuchern pilgern täglich rund 2000 Köche auf die Messe, wo die Olympiade der Köche stattfindet. Köche aus rund 50 Nationen messen sich in ihrer Kunst.

Die schwedischen Fans

Wenn es nach der Lautstärke der Fans geht, dann gewinnt mit Sicherheit ein Team aus der Nordkurve. „Die Skandinavier haben mit Sicherheit die meisten Fans dabei“, sagt Messesprecher Axel Recht. Da laufen Menschen mit Norwegen-Flaggen durch die Halle, dänische Flaggen schmücken eine Küche nahe dem Eingang – aber den meisten Lärm veranstalten die Schweden, die direkt neben der deutschen Mannschaft kochen. „Total verrückt“, sagt ein Jury-Mitglied, sogar eine Trommel haben die Schweden auf die Messe geschleppt. Wobei der Experte kein endgültiges Urteil über die Lautstärke der Fans abliefern möchte: „Die Polen können auch ganz schön Lärm machen, das können Sie mir glauben.“

Der Heimvorteil hilft

Die deutsche Mannschaft legte bei der Olympiade einen guten Start hin, für das Menü am Chefs Table erhielt das Team eine Goldmedaille. „Das freut uns natürlich sehr“, sagt Teamchef Ronny Pietzner. Wichtiger als der Sieg bei diesem Wettbewerb sind allerdings andere Botschaften: Die deutschen Mannschaften haben sich mit ihren Menüs komplett der Nachhaltigkeit verschrieben. Was Ronny Pietzner so formuliert: „Es fliegt nix in die Tonne!“ Die Schlagwörter regional und saisonal seien entscheidend, Schwarzwurzel und Kohl stehen im Winter im Rezept, letztlich sei es doch die hohe Kunst, „eine Karotte perfekt zuzubereiten“. Im Winter dekoriere man deshalb nicht mit Himbeeren. Aber auch beim Fleisch zähle unbedingt die Nachhaltigkeit. „Bei der Haltung der Tiere“, sagt Rony Pietzner, „schauen wir ganz genau hin.“ Massentierhaltung gehe eben gar nicht. Und in diesem Zusammenhang sei natürlich auch noch ein weiterer Trend wichtig: Der zu veganer Kost, der auf der gesamten Intergastra ein wiederkehrendes Motiv ist. Am Ende sei aber das allerwichtigste, eine gute, sympathische Figur abzugeben. „Wir wollen einfach für unseren Berufsstand gute Werbung machen“, sagt Pietzner.

Köche im Fernsehen

Den Aufwand, der für die Olympiade der Köche betrieben wird, zeigt sich übrigens nicht nur bei den Fans. 22 voll ausgestattete Profi-Küchen mussten auf der Messe aufgebaut werden, eine Halle nebenan in ein Restaurant für 850 Menschen verwandelt werden. Für den Service sind 200 Berufsschüler am Start, die auf der Landesmesse aushelfen. Und als Tüpfelchen auf dem i gibt’s sogar einen eigenen Fernsehsender, das IKA-TV, das man im Internet unter www.olympiade-der-koeche.com/en/ika-tv schauen kann. Hier werden Sendungen übertragen von der Intergastra, mit den Kameras kann man aber auch den Köchen bei der Arbeit zuschauen. In acht verschiedenen Küchen ist eine Kamera installiert, man kann den Köchen also direkt über die Schulter blicken.

Sieger werden am Mittwoch gekürt

Bis Mittwoch, 19. Februar, geht die Intergastra noch. Erst dann stehen auch die Sieger bei der Olympiade der Köche fest. Die beliebtesten Hallen für die Besucher lassen sich aber schon abschätzen. Die Halle 1 mit allen Gastro-Angeboten steht natürlich hoch im Kurs, zudem auch die Halle, in der es um Kaffee geht. Aber auch die Halle 9 mit einem geballten Getränke-Angebot und viel Bier wird gerne besucht. Ebenso wie natürlich die Messe Gelatissimo in der Halle 10 – auf ein Eis verzichtet kaum ein Besucher. Was hier angesagt ist? Veganes Speiseeis und Sorten ohne Zucker. Außerdem gibt’s noch einen Preis für das beste Bier-Eis – wodurch die Hallen 9 und 10 noch ihren gemeinsamen Nenner kriegen.

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