Kommentar zu Sepp Blatter Der Fifa ist nicht mehr zu helfen

Kurz vor Beginn der WM in Brasilien sendet der Fußball-Weltverband ernüchternde Signale aus: Er stärkt Joseph Blatter und schwächt Europas Mitglieder, kommentiert der StZ-Sportchef Peter Stolterfoht.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Peter Stolterfoht (sto)
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Stuttgart - Wir schreiben das Jahr 2034. Die Fußballweltmeisterschaft auf dem Mond steht an. Unmittelbar vor dem Eröffnungsspiel verkündet Joseph Blatter (98) beim Fifa-Kongress in der Raumstation ISS, noch eine weitere Amtszeit als Präsident des Weltfußballverbands Fifa dranzuhängen. Völlig absurd?

Joseph Blatter sieht das anders. Der Fifa-Chef hat sich zum Auftakt der WM in Brasilien als Mann der Zukunft stilisiert, seine Kandidatur für eine weitere Amtszeit angekündigt und sogar von Fußballspielen auf anderen Planeten schwadroniert. Das alles hat ein Großteil der Funktionäre begeistert vernommen. Der Fifa ist offenbar nicht mehr zu helfen, nachdem Joseph Blatter als strahlender Sieger aus dem Kongress hervorgegangen ist.

In diesem Gremium hat Europa nichts zu melden. Die direkte englische Rücktrittsaufforderung an Blatter ist ebenso kläglich gescheitert wie der etwas diplomatischere deutsche Vorstoß in Richtung Alterslimit und Amtszeitbeschränkung. Dass der französische Uefa-Chef Michel Platini im nächsten Jahr gegen Blatter kandidiert, wird damit weniger wahrscheinlich.

Schließlich ist allerspätestens jetzt klar: die meisten Fifa-Mitglieder aus Asien, Afrika und Südamerika wollen weitermachen wie bisher: mit Blatter, mit Bestechung, Korruption und wirren Visionen.




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