Kommentar zur Strohgäubahn Der Regionalverband setzt das falsche Signal

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Warum kann nicht beides gehen: Die Strohgäubahn bis Feuerbach fahren lassen und den Takt der S 6 zu verbessern? Das fragt sich unser Redakteur Rafael Binkowski in seinem Kommentar.

Die Strohgäubahn fährt nur bis Korntal und nicht nach Feuerbach. Foto: factum/Granville
Die Strohgäubahn fährt nur bis Korntal und nicht nach Feuerbach. Foto: factum/Granville

Kreis Ludwigsburg - Die Kommunalpolitiker im Kreis Ludwigsburg sind zu Recht enttäuscht: Im Vertrauen auf Unterstützung aus Stuttgart haben sie Millionen in eine Signaltechnik investiert, die die Fahrt auf Bahngleisen möglich macht. Und jetzt, wo der Erfolg der Strohgäubahn den idealen Schwung für die Weiterfahrt bis Feuerbach bietet, schwenkt der Regionaldirektor Jürgen Wurmthaler um.

Zwar ist nachvollziehbar, dass die Region als Träger der S-Bahn zunächst an ihre Wagen denkt und diese häufiger fahren lassen will. Das ist angesichts der übervollen Bahnen sinnvoll. Doch für die Pendler aus Hemmingen, Heimerdingen und dem Strohgäu ist es eine bequeme und praktische Alternative, ohne umzusteigen bis Feuerbach zu fahren. Hier wird viel Potenzial verschenkt. Warum kann man nicht zweigleisig fahren? Moderat mehr S-Bahnen verkehren lassen und der Strohgäubahn in den Zwischenräumen einen Takt bis in den Stuttgarter Norden einräumen?

Alte Rechnungen werden beglichen

Es spielen dabei wohl auch – wie so häufig – Befindlichkeiten eine Rolle. Regionalverband und Landkreis sind sich in Sachen Strohgäubahn selten einig gewesen. Hätte die Region und nicht der Landkreis damals die Strohgäubahn unter ihre Fittiche genommen, würde er sie jetzt vielleicht weniger stiefmütterlich behandeln.

Aus Strohgäu-Sicht kann man jetzt noch auf die Verlängerung der U 15 von Stammheim Richtung Schwieberdingen hoffen. Das ist realistischer, als mit der Strohgäubahn weiter ein totes Pferd zu reiten.




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